Nicht alles läuft nach Plan

Der Bebauungsplan-Entwurf zur Stadtgalerie in stilisierter Form. Die BI "Weiden - Unsere Stadt" hat einiges daran auszusetzen. Grafik: NT
Politik
Weiden in der Oberpfalz
15.01.2015
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Die Pläne liegen seit zwei Monaten auf dem Tisch. Und der Bürgerinitiative "Weiden - Unsere Stadt" gefällt nur bedingt, was sie da sieht. Auf sechs Seiten schildert sie ihre Anmerkungen und Einwände zum "Bebauungsplan Nr. 310 ,Stadtgalerie'".

Mit rund 40 Eingaben zum Bebauungsplan-Entwurf für das innerstädtische Einkaufszentrum beschäftigt sich derzeit die Stadtverwaltung. Eine davon stammt von der Bürgerinitiative "Weiden - Unsere Stadt". Die hatte sich im vergangenen Jahr noch vornehm zurückgehalten. "Bewusst", wie Vorsitzender Prof. Dr. Fritz-Dieter Doenitz betont: Die BI habe sich zunächst nicht in den Kommunalwahlkampf einmischen, dann nicht die komplizierten Grundstücksverhandlungen stören wollen. Jetzt aber ist die Zeit reif, die BI-Stellungnahme zum Bebauungsplan öffentlich zu machen. Gravierende Versäumnisse und Unstimmigkeiten sind Doenitz und seinen Mannen demnach aufgefallen - Diskrepanzen zu den Vorgaben des "Runden Tisches". Die wichtigsten Punkte:

Keine Scharnierfunktion: Je ein Haupteingang an jedem Ende ist nach BI-Meinung zu wenig, damit die "Stadtgalerie" die gewünschte wichtige "Scharnierfunktion" zwischen westlicher und östlicher Innenstadt erfüllen kann. Der Eingang Goethestraße stelle lediglich die Verbindung zum Parkdeck her. Als "untergeordnet" wird der Eingang Mohrenstraße klassifiziert - "maximal eine Pforte für die Paketanlieferung", meint Dr. Herbert Klein. Die Mohrenstraße selbst wird zur Sackgasse. Kleins Fazit: "Das wird eine introvertierte Galerie. Also genau das, was wir nicht wollten."

Konkret fordert die BI einen höherwertigen Zugang in der Mohrenstraße. In der Weißenburgstraße, in der laut Bebauungsplan nur eine "rückseitenartige Fassade" der "Stadtgalerie" zu sehen wäre, müssten Geschäfte zum Einkaufszentrum hinführen. Die Attraktivität der Straße sei wichtig, um nicht zuletzt den Eigentümer des C-&-A-Gebäudes für Investitionen zu motivieren.

Untaugliche "Schlüsselstelle": Schon der "Runde Tisch" stellte fest: Ganz wesentlich für die Einbindung der Stadtgalerie in die Innenstadt sei ein Vorplatz am "Dänner-Eck". Nötig dazu wäre die Verkehrsberuhigung der Sedanstraße, die der Bebauungsplan aber nur als "perspektivische Option" und als "prinzipiell unabhängig von der Stadtgalerie" betrachtet. Nach BI-Meinung wäre der Haupteingang Sedanstraße völlig untauglich, wenn die Verkehrsberuhigung ausbleibt. Eine Entscheidung der Stadt sei längst überfällig, glaubt Joachim Strehl. Wie OB Kurt Seggewiß auf NT-Anfrage erklärt, sollte der Beschluss, die Verkehrsberuhigung zu erproben, bereits in der November-Sitzung des Stadtrats fallen. Da blieb dafür aber keine Zeit mehr. Nun steht das Thema erst am 26. Januar auf der Tagesordnung.

Parkhaus zu mächtig: Der "gewaltige Baukörper" in der Wolframstraße habe Einfluss auf die gesamte Umgebung, stellt die BI fest. Das Gebäude sei "sehr groß" und "bislang unstrukturiert", heißt es in der Stellungnahme. Es müsse "auf die Maßstäblichkeit der angrenzenden Gebäude abgesenkt und seine Kanten gebrochen werden, sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen".

Doenitz präzisiert: Statt 1 Unter- und 5 Obergeschossen sei eine "2 + 4" -Lösung nötig. Die Ladenzeile im Erdgeschoss an der Sedanstraße werde durch die Doppelausfahrt in der Mitte entwertet. Und bei der Außenfront "müssen wir vom Charakter eines reinen Beton-Glas-Baus wegkommen". Natursteine, Ziegel oder durchgängige Begrünung (wie bei Hundertwasser) wären wünschenswert.
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