Noch viele Hürden für Flüchtlinge am Arbetismarkt
Der Status entscheidet

IHK-Gremiums-Geschäftsführer Florian Rieder ( 2. von links)hatte Verteter von Jobcenter und Arbeitsagentur zur Informationsveranstaltung über Flüchtlinge eingeladen (von links) Integrationsbeauftragter-Jobcenter Eduard Neuendank, Migrationsbeauftragte-Arbeitsagentur Margot Salfetter, Teamleiter Arbeitgebertteam Klaus Gredinger und Jobcenter-Geschäftsführer Wolfgang Hohlmeier
 
Die IHK mit Geschäftsführer Florian Rieder (Zweiter von links) hatte zur Informationsveranstaltung über Flüchtlinge geladen. Mit dabei (von links): Integrationsbeauftragter Eduard Neuendank (Jobcenter), Migrationsbeauftragte Margot Salfetter (Arbeitsagentur), Teamleiter Arbeitgeber Klaus Gredinger und Jobcenter-Geschäftsführer Wolfgang Hohlmeier. Bild: sbü

Viele Arbeitgeber wollen Flüchtlinge beschäftigen. Viele Flüchtlinge wollen arbeiten. Aber wann ist das eigentlich zulässig? Antworten gibt es bei der IHK.

(sbü) Arbeitgeber in der Region haben großes Interesse an der Beschäftigung von Flüchtlingen in ihren Betrieben. Hoffen sie doch, den Arbeitskräftemangel dadurch lindern zu können. Zur Informationsveranstaltung der IHK über Möglichkeiten der Beschäftigung von Flüchtlingen und Asylbewerbern waren deshalb auch zahlreiche Firmenvertreter gekommen. Eingeladen hatte Florian Rieder, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Weiden. "Leider konnten wir von den Ausländerbehörden keine Vertreter gewinnen", stellte er fest.

Im Zweifel nachfragen


Rieder berichtete von einer neuen interministeriellen Weisung der Staatsregierung, die möglicherweise die Beschäftigung von Flüchtlingen erschweren könnte. Experten aus Arbeitsagentur und Jobcenter lieferten aus ihrem Zuständigkeitsbereich breitgefächerte Informationen. Die wichtigste Botschaft: "Achten Sie ganz genau auf den Status des Bewerbers." Eduard Neuendank, Integrationsbeauftragter des Jobcenters, riet, im Zweifel unbedingt Auskunft bei der Ausländerbehörde einzuholen. Bei dem vom Jobcenter betreuten Personenkreis sei dieser Status allerdings geklärt. Es ist nur für Flüchtlinge zuständig, die entweder den "subsidiären Schutz mit einer Aufenthaltsbefristung von einem Jahr" oder den "anerkannten Flüchtlingsstatus mit Aufenthaltsbefristung von drei Jahren" besitzen. Beide Gruppen haben freien Arbeitsmarktzugang und sind leistungsberechtigt nach dem Sozialgesetzbuch II.

Noch viele Hürden


Schwieriger sind die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu beurteilen, die von der Arbeitsagentur betreut werden. Es sind im Wesentlichen "Flüchtlinge mit Aufenthaltsgestattung wegen eines gestellten, aber noch nicht entschiedenen Asylantrags" sowie "Geduldete ohne anerkannten Status". Migrationsbeauftrage Margot Salfetter von der Agentur Weiden erklärte, in allen diesen Fällen sei für eine Arbeits-, Praktikums- oder Ausbildungsaufnahme zunächst die Zustimmung der Ausländerbehörde einzuholen. Entsprechendes gelte für einen Tätigkeits- oder Wohnortwechsel.

Nach der bisherigen Rechtslage könnten Asylbewerber frühestens ab dem vierten Monat nach ihrer Registrierung eine Ausbildung beginnen. "Geduldete dürfen grundsätzlich ohne Einhaltung einer Wartezeit beschäftigt werden." Oft ist vor einer Arbeitsaufnahme auch die "Vorrangprüfung" erforderlich. Dabei wird geprüft, ob bevorrechtigte Personen für einen Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Einschränkungen gelten auch, wenn Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern kommen.

Förderung bei Einstieg


Informationen gab es für die Arbeitgeber auch über Deutschlehrgänge. Für eine Ausbildung ist "B2-Niveau" erforderlich. Salfetter informierte zudem über Fördermöglichkeiten bei der Einstellung von Flüchtlingen und stellte dabei die "MAG" (Maßnahme bei einem Arbeitgeber zur Eignungsfeststellung) und die Einstiegsqualifizierung vor einer möglichen Ausbildung in den Mittelpunkt. Zwingend erforderlich seien auch ehrenamtliche Helfer.

Insgesamt sind derzeit im Arbeitsagenturbezirk Weiden und beim Jobcenter 723 Flüchtlinge arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet. Das Jobcenter Weiden-Neustadt alleine betreut 468 erwerbsfähige, leistungsberechtigte Flüchtlinge. Darunter haben nur 48 das Sprachniveau B1. Informationsschriften über Beschäftigungsmöglichkeiten liegen bei den Geschäftsstellen der Agentur und der IHK aus oder sind auf www.arbeitsagentur.de und www.ihk-regensburg.de (Download "Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit") enthalten.
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