Offen für alle
Jugendzentrum als Multi-Kulti-Treff

Hereinspaziert! Die Juz-Cafeteria ist als Begegnungsstätte immens wichtig. Am offenen Betrieb will der Stadtjugendring keinesfalls sparen. Bild: Götz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
04.07.2016
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Junge Flüchtlinge stellen mittlerweile die größte Besuchergruppe: Das Jugendzentrum ist ein Multi-Kulti-Treff. Den offenen Betrieb erkennt der Stadtjugendring als eine seiner wichtigsten Aufgaben.

Der erste Tagesordnungspunkt war eine Personalie: Der Jugendhilfeausschuss begrüßte Florian Vogel, Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings (SJR), neu in seinen Reihen, nachdem sich Vorgängerin Katrin Karagounis aus der SJR-Spitze und dem städtischen Gremium zurückgezogen hatte. Und beim zweiten Tagesordnungspunkt hatte Vogel bereits das Wort. Dem Ausschuss berichtete er vom vergangenen Geschäftsjahr des Jugendrings - einer ausnehmend schwierigen Zeit.

Denn geprägt war es vor allem durch personelle Verluste im Jugendzentrum: Eine von vier Sozialpädagogen hatte gekündigt, ein anderer nahm Elternzeit - und der Stadtrat diskutierte ohnehin über die "vierte Stelle". "Unsere Pläne sind durcheinandergekommen", bekannte Vogel. Angebote wie die "Skate-Night" konnte das Team nicht länger stemmen. Es konzentrierte sich auf Wesentliches: besonders den "offenen Betrieb" im Juz. "Das ist uns allen im Stadtjugendring sehr, sehr, sehr wichtig", erklärte das Vorstandsmitglied. Denn über den offenen Betrieb kämen die Mitarbeiter erst in Kontakt mit den Jugendlichen.

Hauptsächlich junge Flüchtlinge hätten "einen unglaublichen Bedarf, dass Gespräche geführt werden". Mit 35 Prozent stellen sie mittlerweile die größte Besuchergruppe. Gefolgt von einheimischen (18 Prozent), aus Kasachstan (16) und der Türkei (9) stammenden Gästen. An 148 Öffnungstagen 2015 kamen insgesamt 11 873 Besucher ins Juz - drei von vier waren männlich. Vogel: "Es geht aber darum, nicht nur aufzusperren, sondern auch dafür zu sorgen, dass Betreuung da ist." Unter den personellen Ausfällen litt besonders die Jugendkulturarbeit (Konzerte, Theater etc.). Mit 346,5 Ist-Stunden gelang es nur knapp zur Hälfte, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen.

Der SJR hat keine Schulden, aber leichte finanzielle Sorgen. Nach Empfehlungen des Bayerischen Jugendrings müsste er mehr als das Zweieinhalbfache der tatsächlichen Summe an Rücklagen bilden, bemerkte der Sprecher. Zudem reichte das städtische Budget von 33 000 Euro erstmals nicht aus, um alle von Jugendverbänden beantragten Fördergelder (37 000 Euro) auszubezahlen. Vogel bat darum, die Summe zu erhöhen: "Das Geld ist sehr gut angelegt", fließe direkt in die Jugendarbeit der Vereine und Verbände.

"Ganz, ganz wichtig" sei diese Unterstützung, bestätigte Reinhold Wildenauer (Bürgerliste), gleichzeitig Vorsitzender der DJK Weiden. Überhaupt "geschieht in Weiden eine solche Menge an Arbeit und Angeboten für Jugendliche", lobte Josef Gebhardt (SPD) angesichts des Vogel-Berichts. "Herzlichen Dank" sagte dafür nicht zuletzt auch Lothar Höher.

Eigentlich aber erfüllte der SJR damit "nur" seine Pflicht: Auf Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfverbandes verlangt die Stadt nun regelmäßig Haushaltsrechnung und Evaluation vom Jugendring. "Finde ich super", kommentierte Steffi Sperrer (CSU), selbst Vorstandsmitglied im SJR: "So bekommen alle tiefe Einblicke, welch umfangreiche, wichtige Arbeit der Stadtjugendring leistet."
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