Petra Dettenhöfer tritt 2018 nicht mehr für den Landtag an
Keine erneute Kandidatur

Voller Einsatz bis 2018 - und dann soll Schluss sein. Das kündigt Petra Dettenhöfer an. Bild: Schönberger
Politik
Weiden in der Oberpfalz
09.01.2017
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Anfang 2015: Petra Dettenhöfer muss sich einer schweren Tumor-Operation unterziehen. Sie kämpft sich zurück ins Leben und in die Politik. Zwei Jahre später trifft sie eine Entscheidung über ihre Zukunft.

Die Landtagsabgeordnete Petra Dettenhöfer (CSU) steht für eine weitere Legislaturperiode nicht bereit. Das erklärte die 59-Jährige am Montag im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Nach ihrer Tumor-Erkrankung und einer mehrere Monate andauernden Reha- und Genesungsphase will die Thurndorferin (Gemeinde Kirchenthumbach) ihre Aufgaben bis zum Ende der laufenden Wahlperiode mit vollem Einsatz erfüllen, wie sie erläuterte. Den zusätzlichen Strapazen eines Wahlkampfs möchte sie sich allerdings nicht mehr aussetzen, begründete Dettenhöfer ihre Ankündigung.

Die Berufspolitikerin weiß, wie es ist, an die Grenzen zu gehen. Zum Jahreswechsel 2014/2015 hatte sie die Symptome eines fortschreitenden Tumorleidens ausgeblendet und weiter das hohe Pensum von Terminen in München und im Wahlkreis wahrgenommen. Auf eine schwere Kopf-OP und Klinikaufenthalte folgte eine lange Reha- und Genesungsphase. "Ich habe manchmal an mir selber gezweifelt und gedacht: ,Du schaffst das nicht'", räumt sie heute ein. Doch den Wählerauftrag als Stimmkreisabgeordnete habe sie erfüllen und die Legislaturperiode mitgestalten wollen. "Ich fühle mich den Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet. Daher habe ich mir vorgenommen, mein Mandat ordentlich zu Ende zu führen."

Familien-Beratung


Anders der Blick auf den Urnengang 2018: "So ein Wahlkampf ist noch mal eine andere Kategorie. Das zu stemmen mit all den Terminen ... Man nimmt ja für den Wahlkampf nicht frei. Das wäre eine Zusatzbelastung." Die Frage nach einem Verzicht auf eine weitere Kandidatur habe sie daher seit längerem beschäftigt. Eine Frage, die sie ausschließlich mit sich und ihrem Mann ausgemacht habe, wie Petra Dettenhöfer betont.

Ihre Mitarbeiter und die Kreisvorsitzenden der CSU in Weiden und Neustadt/WN seien informiert. "Es fällt mir schwer auf der einen Seite - auf der anderen ist es der richtige Zeitpunkt, diese Entscheidung zu treffen", sagt die Thurndorferin. Damit bleibe ausreichend Zeit für die Suche nach einem Kandidaten. Das würdigte auch der Neustädter CSU-Kreisvorsitzende, Landrat Andreas Meier: "Ich finde es ganz fair, dass der Zeitpunkt so früh von ihr gewählt ist." Nun würden die weiteren Schritte im Kreisvorstand besprochen. Der Weidener CSU-Vorsitzende Stephan Gollwitzer würdigte die Arbeit der Abgeordneten: "Uns geht eine wertvolle Politikerin nach 2018 verloren." Er habe sie als einen Menschen kennengelernt, der Dinge reiflich überlege. Daher: "Ich werde diese Entscheidung mittragen."

Für rasche Nominierung


Dettenhöfer empfiehlt, "die Nominierung heuer vor der Sommerpause zu machen, damit der Kandidat oder die Kandidatin ein Jahr Zeit hat, sich bekannt zu machen". Einmischen wolle sie sich in die Kandidatenkür nicht, betont sie. Aber eine Eigenschaft sollte ein Bewerber schon mitbringen: "Das Abgeordnetenleben muss man mögen" - samt Termindruck werktags und am Wochenende. Und Petra Dettenhöfer zitiert Gustl Lang: "Man muss die Menschen mögen."
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