Polizei zieht Dienststellen ab - Stadt prüft Verkauf
Flurerturm wieder frei

Kommen Flurerturm und das angrenzende "Milchladl" wieder in private Hände? Die Stadt prüft derzeit, ob und zu welchen Konditionen ein Verkauf möglich wäre. Bild: Huber

Beschlossen ist noch gar nichts, nicht einmal, dass der Flurerturm überhaupt verkauft werden soll, betont die Stadtkämmerei. Aber in der Stadt wird gemunkelt, dass es bereits einen potenten Käufer für den Flurerturm und das kleine Häuschen westlich daneben gebe.

Tatsache ist, dass die Polizei den Flurerturm wieder verlassen will: Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle hat bereits gepackt. Sie zieht wieder zurück ins Polizeigebäude in die Regensburger Straße. Auf seinen Koffern sitzt auch Jugendkontaktbeamter Wilhelm Fritz, der im Erdgeschoss des Flurerturms residierte und zuletzt als Einsiedler kräftig fror, denn die Gasheizung, eingebaut im Obergeschoss des Nachbarhauses, funktioniert nur sporadisch. Fritz erhält ein Büro im Alten Rathaus. Er ist dort natürlich auch viel näher am Geschehen in der Fußgängerzone.

Alle Gebäude auf dem Prüfstand

Bei der Stadt stehen derzeit nahezu alle Gebäude auf dem Prüfstand. Was wird wirklich benötigt, wo kann Geld eingespart und was kann zu Geld gemacht werden? Während in das kleine Nachbarhäuschen, dem ehemals stadtbekannten "Milchladl", die Stadt nie einen Cent investierte, wurde der Flurerturm im Jahr 1995 saniert. Damals flossen Fördergelder, die auf 25 Jahre zweckgebunden sind.

Derzeit läuft bei der Regierung ein Weidener Prüfungsantrag, ob und in welcher Höhe Fördergelder zurückgezahlt werden müssten. Und davon wiederum dürfte abhängig sein, ob sich ein Verkauf des Ensembles für die Stadt noch lohnt.

"Dienstwohnung" des städtischen Flurers

Der Flurerturm ist der letzte Zeuge der alten Vorstadtmauer, die als äußere Stadtmauer 1575 die bis dato erfolgten Stadterweiterungen in den Mauerring einschloss. Einst hatte diese äußere Stadtmauer vier Tortürme und zwei Rundtürme (der Rossturm und der Flurerturm). Als im Jahr 1634 die Stadt belagert wurde und die Weidener freies Schussfeld brauchten, rissen sie diese Vorstadtmauer ein.

Sie bauten erst 60 Jahre später den einstigen Karlsturm als einzigen Bestandteil der alten Stadtmauer wieder auf. Da er als "Dienstwohnung" des städtischen Flurers diente, wurde er Flurerturm genannt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.