Pressegespräch vor der Sommerpause
Realschule: SPD rechnet weiter mit Neubau

Hier auf dem Sportplatz könnte eine neue Realschule entstehen. Die SPD hält an dem Vorhaben fest - trotz zuletzt starken Gegenwinds vonseiten der anderen Stadtratsfraktionen. Archivbild: Hartl
Politik
Weiden in der Oberpfalz
01.08.2016
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Für den Oberbürgermeister war die Entwicklung im Sonderausschuss Innenstadtentwicklung irgendwo absehbar. Er sei ja dagegen gewesen, das Gremium überhaupt zu bilden - "weil ich befürchtet habe, dass dort die Dinge nur zerredet werden". Und genau das, meint Kurt Seggewiß, sei nun beim Punkt Realschule passiert. Der Bauausschuss habe im April die Weichen für einen Neubau gestellt. Die Verwaltung ermittle die Kosten, feile am Raumkonzept. Und der Sonderausschuss stimmt dann mehrheitlich für die Sanierung. Seggewiß: "Da verstehe ich die Welt nicht mehr."

Auch wenn "noch keine zu 100 Prozent belastbaren Zahlen" vorlägen: "Wir sehen die wirtschaftlichste Lösung weiter in einem Neubau", bekräftigt Fraktionschef Roland Richter. Und nur diese komme in den Genuss von Fördermitteln. In einem Pressegespräch vor der politischen Sommerpause erläutern die Genossen "Richtungsentscheidungen im Jubiläumsjahr" der 775-jährigen Stadt - und die Realschule nimmt dabei breiten Raum ein.

Richter warnt davor, sie wie die FOS/BOS zu einem Politikum zu machen. Dabei ginge zu viel Zeit verloren. Keine Alternative sei eine schleichende Sanierung, dafür gebe es keinerlei Zuschüsse. Zudem sei die Barrierefreiheit im bestehenden Schulgebäude schwierig zu lösen. Richter: "Das Beste ist nicht, eine modernisierte Schule zu haben, sondern die modernste Schule."

Wie eben die FOS/BOS. "Ein sensationeller Neubau", wie Bürgermeister Jens Meyer findet. Bei Gesamtkosten von 25 Millionen Euro betrug die Eigenleistung der Stadt gerade mal ein Viertel. Und die Zeichen seien weiter günstig, betont Meyer: "Wir müssen die historische Chance der Nullzinsen nutzen." Nebst der hohen Förderquote durch die Stabilisierungshilfen, die zur Kreditaufnahme für Bildungsinvestitionen verwendet werden dürfen, wie OB Seggewiß hinzufügt. Laut Meyer könnte das beispielsweise bei der Sanierung der Pestalozzischule helfen. Oder bei den Ausstattungswünschen der Europa-Berufsschule in Höhe von viereinhalb Millionen Euro. Die Verwaltung ermittle gerade den Bedarf der Bildungsstätten. Angesichts der gegenwärtigen Chancen, so der Bürgermeister, "müssen wir den Schuldenstand neu bewerten".

Massive Förderung macht außerdem den langersehnten Wittgarten-Durchstich möglich. SPD-Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer erwartet sich kürzere und vor allem für Radler sicherere Wege vom Stadtwesten in die Innenstadt. Der Handel dürfe sich - nicht zuletzt durch die Anbindung der Berufsschule (3500 Schüler) - auf neue Impulse freuen. "Das kann aber nicht das Ende aller Bemühungen sein", erklärt Freundorfer: Der nächste Schritt sei der barrierefreie Anschluss des Lerchenfelds über den Bahnhof.

Neue "Top-Job-Area"


Mit einer anderen Entwicklung zeigt sich OB Seggewiß höchst zufrieden: dem jüngst einstimmigen Stadtratsbeschluss zum Gewerbegebiet Weiden-West IV. Damit sei eine "Top-Job-Area", die Ökonomie mit Ökologie verbinde, auf den Weg gebracht. Bürgerbedenken habe die Stadt dabei ernstgenommen, weshalb das Areal nun ein gutes Stück von der Pressather Straße wegrückt. Trotz "Gegenbewegungen", die ein solches Projekt auf den Plan rufe, gehe es zügig voran, freut sich Seggewiß. Wenn's nur immer so wäre. Zum Beispiel bei der Realschule.
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