Richter: "Regi"-Regelungen verhandelbar - Keine 50-Cent-Zusatzgebühr pro Medium
Großes Missverständnis

Die Leute diskutieren über etwas, das der Stadtrat überhaupt nicht will.
Roland Richter fühlt sich falsch verstanden: Die Leserbriefe zur Regionalbibliothek hätten ihn nicht kalt gelassen. Oder nur insofern, da "die Leute über etwas diskutieren, das der Stadtrat überhaupt nicht will", betont der SPD-Fraktionsvorsitzende. Zum Beispiel: die 50-Cent-Gebühr pro ausgeliehenem Medium - "der Hauptaufreger".

Offenbar wegen eines Missverständnisses tauche dieser Obolus in den Vorlageberichten der Verwaltung auf. Angeregt gewesen - vonseiten der CSU - sei eine Zusatzgebühr von 50 Cent pro Ausleihvorgang. Das habe ihm auch CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch nochmals bestätigt, sagt Richter. "Eine Gebühr pro ausgeliehenem Buch wird es mit uns jedenfalls nicht geben."

Auch die Begrenzung auf fünf Medien pro Ausleihe ist offenbar noch verhandelbar. Ebenso gut könnten es 10 oder 15 sein, meint Richter. Hier sei die Politik aber nicht kompetent genug - die "Regi" müsse selbst einen praktikablen Vorschlag machen, wo die Grenze zu setzen ist. Überhaupt sei nicht nur der SPD der Dialog wichtig. Die Fraktionen hätten im Vorfeld ausführlich mit Sabine Guhl, der Leiterin der Regionalbibliothek, gesprochen. Dies sei auch der Grund gewesen, ihr bei der Stadtratssitzung kein Rederecht zu erteilen. Richter: "Wir hatten vorher alles diskutiert. Die Meinungen waren ausgetauscht."

Bei diesen Gesprächen sei allerdings auch klar geworden, "dass die Vorstellungen weit auseinander liegen". Guhl wolle die Regionalbibliothek "so erhalten, wie sie ist", der Stadtrat dagegen müsse das 800 000-Euro-Defizit verringern. Zuletzt hätten ihm Bürger sogar vorgeworfen, die "Regi" schließen zu wollen, klagt der SPD-Fraktionschef. Das Gegenteil sei der Fall. Dem Stadtrat gehe es vielmehr darum, den Fortbestand der Einrichtung zu sichern.
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