Riesterrente und private Altersvorsorge oft nicht bezahlbar
Absinken des Rentenniveaus verhindern

Für das Renten-Referat dankte Ursula Kinner (rechts), Vorsitzende der "SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus", der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jellen Teuchner aus Passau. Bild: Dobmeier
Politik
Weiden in der Oberpfalz
07.11.2016
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(rdo) Ein weiteres Absinken des Rentenniveaus müsse unter allen Umständen verhindert werden, damit Rentner nicht in die Altersarmut fallen. Die selbst eingezahlte Rentenversicherung sollte die ausreichende Grundsäule der gesetzlichen Altersbezüge sein. Riesterrente und private Vorsorge könne sich der "Otto-Normalverbraucher" nicht leisten. Dies alles erklärten die Mitglieder der "SPD Arbeitsgemeinschaft 60plus" beim politischen Frühschoppen im "Café Mitte".

Zum Thema "Rente" begrüßte Vorsitzende Ursula Kinner die "SPD AG 60plus"-Landesvorsitzende Jellen Teuchner aus Passau, die von 1994 bis 2009 Mitglied des Bundestages war. Die Niederbayern erklärte, zum Halten des Rentenniveaus müssten alle in eine Rentenkasse einzahlen, Arbeitnehmer, Freiberufler und Beamte genauso wie Abgeordnete. Die Arbeitgeber müssten ihren Beitrag leisten und auch die Verwendung von Steuermitteln und Beitragsanhebungen dürften kein Tabu sein, um drohende Altersarmut zu verhindern.

Neuerung Flexi-Rente


Die abschlagsfreie Rente mit 45 Jahren bezeichnete die ehemalige Bundestagsabgeordnete als Erfolg - für die Männer. Für Frauen mit Erziehungszeiten hingegen werde es schwierig, diese Jahre zu erreichen. Als Neuerung bezeichnete Teuchner die im Oktober vom Bundestag beschlossene Flexi-Rente, die wie folgt funktioniert: Wer im Alter ab 63 Jahren nur einen Teil seiner gesetzlichen Rente mit Abschlägen beanspruchen möchte und weiter Teilzeit arbeitet, soll oberhalb einer Freigrenze von jährlich 6300 Euro grundsätzlich 40 Prozent des Hinzuverdienstes auf die Teilrente angerechnet bekommen. Bei darüber liegenden Beträge wird die Teilrente deutlich reduziert.

Beachten sollten die Rentner eine mögliche Einkommensteuerpflicht, die bei Überschreitung der Freigrenzen greife. Ab 2017 sorgt eine Produktinformation mit Darlegung der Kosten bei neuen Riesterrenten für Aufklärung.

Zu den Forderungen des Gerechtigkeitsmanifests, das SPD-Gruppierungen in Nürnberg als Übernahme für das Wahlprogramm fordern, zählen kein weiteres Absenken des Rentenniveaus, keine Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten, keine neue Riesterrentenförderung, da sich diese nur Besserverdienende leisten könnten, sowie die Anhebung des Mindestlohnes.

Mehr Geld in Österreich


Einen Blick nach Österreich zu werfen, regte Günter Kinner an: Dort würden höhere Renten gezahlt.
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 07.11.2016 | 14:14  
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