Rolf Schmidt (Freie Wähler) gewinnt Wahlen in Partnerstadt Annaberg-Buchholz - Seit 13. März ...
Oberbürgermeister unter Polizeischutz

Rolf Schmidt erhielt bei der OB-Stichwahl in Annaberg-Buchholz 69,12 Prozent der Stimmen. Bild: hfz
Der neue Oberbürgermeister der Weidener Partnerstadt Annaberg-Buchholz ist noch nicht im Amt, schon wird er bedroht. Seit dem 13. März steht Rolf Schmidt unter Polizeischutz. Er muss sogar eine Schutzweste tragen. "Die Behörden nehmen die Drohungen ernst", bestätigte Schmidt.

An jenem schwarzen Freitag, den 13., steckte ein Brief in seinem privaten Briefkasten. Ein Unbekannter forderte ihn auf, die absehbare Wahl zum OB nicht anzunehmen. Er drohte, dass ansonsten der Familie Schmidt Schlimmes widerfahren werde. Der Drohbrief enthielt eine scharfe Pistolenkugel. Bisher gibt es keine Hinweise auf dem Täter. Gegenüber dem NT versicherte Schmidt am Montag, dass er die Wahl annehmen werde. Der 55-Jährige Unternehmer, der in seiner 1990 gegründeten Firma "Fensterladen" 38 Mitarbeiter beschäftigt und inzwischen bundesweit tätig ist, engagiert sich seit 1994 in der Kommunalpolitik. Bereits von 1999 bis 2012 saß er im Annaberg-Buchholzer Stadtrat. "Und zwar immer für die Wählergemeinschaft." Für die WG "Wir für unsere Stadt/Alternative Liste", trat Schmidt auch im Kampf um die Nachfolge von Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch (CDU) an, die im November in die sächsische Landesregierung berufen wurde.

Beim ersten Wahlgang am 8. März hatte Schmidt bereits 46,4 Prozent der Stimmen erhalten. Am Sonntag, bei einer erneut enttäuschenden Wahlbeteiligung von 42,2 Prozent, bekam er 69,12 Prozent der Stimmen. Er ist der erste "Nicht-CDU-OB" in der Partnerstadt. Aufgrund ihrer Ergebnisse vom ersten Wahlsonntag am 8. März verzichteten Frank Dahms von der Partei der Linken (19,2 Prozent) und Michael Heinz von der SPD (4,2 Prozent) beim zweiten Wahldurchgang auf eine weitere Kandidatur. Simon Steffen, der für die CDU antrat, erhielt 30,88 Prozent. Er konnte sich damit im Vergleich zum ersten Wahltag nicht verbessern.

Der neue OB will sich von den Drohungen nicht einschüchtern lassen. Er reagierte cool: Seinen Aufkleber am Briefkasten "keine Werbung einwerfen", hat er kurzerhand in "bitte, keine Munition einwerfen" geändert.
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