Rückzug mit Robbie

Übergabeappell in der Ostmark-Kaserne: Oberstleutnant i.G. Christian Kiesel (links) übernimmt das Kommando über das Artilleriebatallion 131. Oberstleutnant Wolfgang Schmidt (rechts) tritt ab. Das Kommando übergibt Oberst Wolf-Dietrich Rupp, Kommandeur der 10. Panzerdivision (Mitte). Bild: Götz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
18.12.2015
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"No regrets" war das Motto von Wolfgang Schmidt bei der Übergabe des Kommandos. Zu diesem Song von Robbie Williams verabschiedete sich der Oberstleutnant von seinen Soldaten in der Ostmark-Kaserne. Ab heute führt Oberstleutnant Christian Kiesel das Artilleriebatallion 131.

Der bayerische Defiliermarsch wird angestimmt. Zum Übergabeappell ist auch das Heeresmusikkorps aus Kassel angereist. Es marschiert in Ehrenformation auf den Exerzierplatz und vervollständigt die Aufstellung der Soldaten der Ostmark-Kaserne. Es ist die Paradeaufstellung zur Kommandoübergabe. Oberstleutnant Wolfgang Schmidt wird gleich an Oberstleutnant Christian Kiesel übergeben. Major Eric Schröter macht Meldung: "Herr Oberstleutnant, ich melde: Paradeaufstellung zum Übergabeappell angetreten." Schmidt schreitet die Reihen der Soldaten ab, die ihm für mehr als zwei Jahre anvertraut waren. Zwei letzte Male wird er heute noch an ihnen vorbeikommen.

Blick in die Zukunft


Schmidt verschwendet bei seiner Abschiedsrede nicht viel Zeit für den Blick zurück. Er möchte stattdessen in die Zukunft schauen. Besonders geprägt habe seine Dienstzeit der Umzug des Artilleriebataillons von Mühlhausen nach Weiden. Schmidt bezeichnet Umzug und Umgruppierung als eine "Operation am offenen Herzen" des Bataillons. Jedoch sieht er es für die Zukunft gut gerüstet, obwohl die Aufträge komplexer und herausfordernder geworden sind. Die Bundeswehr sei in vielen Krisenregionen aktiv. Sie helfe bei der Flüchtlingskrise und bekämpfe gleichzeitig Ebola in Afrika. Die deutschen Streitkräfte hätten sich gewandelt, "wie man es sich vor fünf Jahren nicht vorstellen konnte". Es sei zwar absehbar, dass das Bataillon mit so viel Material versorgt werde, dass es seine Aufgabe erfüllen könne. Gleichzeitig beschwor er die Soldaten aber auch, den "Kampf" um die Ausrüstung weiter zu führen. "Versuchen Sie alles in ihrer Macht Stehende, das notwendige Material zur Verfügung gestellt zu bekommen."

Der Oberstleutnant gibt den Soldaten dann noch vier Ratschläge für ihre weitere Dienstzeit: 1. Üben übt. 2. Mut wird belohnt. 3. Handwerk schadet nie. 4. Wer nicht gestaltet, wird gestaltet. Schmidt bedankt sich bei den Soldaten: "Ihre Unterstützung hat mir das Führen leicht gemacht. Ich war gerne ihr Kommandeur und ich melde mich aus diesem stolzen Artillerieverband ab."

Lobende Worte


Das Heeresmusikkorps beginnt wieder zu spielen. Zum bayerischen Präsentiermarsch geht der Kommandeur der 10. Panzerdivision Oberst Wolf-Dietrich Rupp zusammen mit Wolfgang Schmidt und dem neuen Kommandeur Oberstleutnant Christian Kiesel die Reihen der Soldaten ab. In seiner Rede findet Rupp lobende Worte für Schmidt: Er habe alle Herausforderungen der umfangreichen Umgliederung gemeistert. "Ich wünsche Ihnen Erfolg und Soldatenglück. Der Satz ,Als ich noch Kommandeur war...' gehört von jetzt an auch zu ihrem Repertoire." Dann folgt die offizielle Übergabe.

Das Heeresmusikkorps spielt noch die Bayernhymne, die amerikanische Nationalhymne und das Deutschlandlied, bevor es ausmarschiert. Dann erklingt plötzlich Musik von Robbie Williams. Andächtig blinkend rollt ein 4-Rad-Panzerspähwagen "Fennek" auf den Exerzierplatz. Wolfgang Schmidt steigt auf. Ein letztes Mal fährt er zum Song "No Regrets" die Reihen seiner Soldaten entlang. Ein letztes Mal salutierten diese ihm. Dann bewegt sich der Fennek vom Platz und bald ist Schmidt in der Dämmerung der Ostmark-Kaserne verschwunden.
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