Rupprecht: Interesse an Stromtrassen zu gering
"Passt-scho-Mentalität"

"Auf ein Wort" mit Albert Rupprecht (Dritter von links): Bei der Diskussionsveranstaltung im "Hotel zur Heimat" spielte die geplante Stromtrasse eine Hauptrolle. Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
28.10.2016
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Sind die Nordoberpfälzer einverstanden mit der Stromtrasse? Albert Rupprecht stellt mangelndes Interesse an dem Thema fest: "Keiner steht heute mit Trillerpfeife und Transparent draußen vorm ,Hotel Zur Heimat' und demonstriert."

Bei einer Diskussionsveranstaltung von CSU-Kreisverband und Büro Rupprecht sagte der Bundestagsabgeordnete: "Ich habe zur letzten Versammlung mit Tennet 4000 Einladungen rausgeschickt. Es kamen 20 Rückmeldungen." Das Stillhalten sei für die Betreiber natürlich ein Zeichen dafür, dass es hier in der Oberpfalz eine gewisse "Passt-scho-Mentalität" gebe.

Muss die Stromtrasse tatsächlich so nahe an Weiden vorbeiführen? Diese Frage brannte einem Zuhörer auf den Nägeln. Der Teilnehmer zeigte sich enttäuscht von der Stadt: "Da kommt nichts." Darauf Rupprecht: "Wir sind noch vor dem formellen Verfahren. Bisher stehen erst Anfang und Ende der Trasse fest." Aber natürlich dränge die Zeit. "Bis 4. November können Bürger und Kommunalpolitiker Einwendungen erheben." Diese Argumente würden dann in die Tiefenprüfung der Netzagentur Tennet ("arbeitet sehr transparent und engagiert") einfließen. Schlussendlich entscheide aber die Bundesnetzagentur. "Die zurrt dann 1000 Meter fest, innerhalb derer die Trasse gebaut werden kann. Danach geht nichts mehr." Deshalb sei die jetzige Phase auch enorm wichtig.

Lieber A 9 als A 93


Rupprechts Empfehlung an die Kommunalpolitik: "Seien Sie Bürgeranwalt! Reichen Sie Ihre Argumente schriftlich ein! Viel Zeit bleibt nicht mehr." Die Belastung von Mensch, Natur und Landschaft stehe im Vordergrund. "Wohnbebauung ist ein Kriterium." Allerdings: "Die Trasse wird keine Emissionen verursachen, deshalb wird es auch kein Abstandsgebot geben. Die elektromagnetische Strahlung ist geringer als die natürliche." Eine Verlegung der Trasse entlang der A 93 ("Ich bin immer noch für eine Überprüfung, ob nicht die A 9 geeigneter sei, auch wenn dies die Autobahndirektion ablehnt") werde seiner Ansicht nach nicht in verdichteten Räumen, wie etwa in Weiden, funktionieren, glaubt Rupprecht. Aber in weiten Teilen werde sie schon entlang der Seitenstreifen verlaufen.

Weitere Themen waren die Elektrifizierung der Strecke Regensburg-Hof in Hinblick auf den Lärmschutz. Ferner ging Rupprecht auf seine Rolle bei der Gewinnung des Frauenhofer Instituts für die OTH ein. "Auf ein Wort" mit dem Politiker war für JU-Kreischefin Maria Sponsel ein Beleg, dass "beim Reden d'Leit zamkumma". Es sei besser, eine Veranstaltung wie diese zu besuchen, als sich ins stille Kämmerlein zu verdrücken, um dort zu lamentieren. Nur wer seine Sorgen, Anliegen und Ideen in die Öffentlichkeit transportiere, könne etwas bewegen.
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