Schleuser verurteilt
Weiterer Prozess könnte folgen

Tachov. (dpa/ca) Weil sie 76 Flüchtlinge in einen Lkw gepfercht hatten, sind zwei Schleuser in Tschechien zu jeweils anderthalb Jahren Haft verurteilt worden. Die tschechische Polizei hatte den Lkw im vorigen Sommer auf der Autobahn D5 rund 30 Kilometer vor der deutschen Grenze gestoppt.

Unter den auf engstem Raum zusammengedrängten waren den Angaben nach zu einem Drittel Kinder und mindestens ein Säugling. Sie hatten weder Wasser noch Nahrung zur Verfügung. Auch die Lüftung war unzureichend. Die beiden Ungarn leugneten die Tat und sprachen von angeblichen "blinden Passagieren". Das Urteil macht den Weg frei für ihre Auslieferung nach Deutschland.

Die Staatsanwaltschaft Weiden hatte im Februar angekündigt, die Männer wegen zwei früheren Schleusungsfahrten nach Waidhaus selbst vor Gericht zu stellen. In der Praxis könnte das so erfolgen, dass die beiden Ungarn nach Rechtskraft des tschechischen Urteils vorübergehend zum Prozess überstellt werden. Nach dem Prozess in Weiden könnten sie dann nacheinander ihre Strafen absitzen.
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