Schon 22 Wochen im Erstaufnahmelager
Weiterverteilung der Flüchtlinge "eher schleppend"

Die stockende Weiterverteilung der Flüchtlinge bereitet Max Landgraf, Uli Grötsch und OB Kurt Seggewiß (von rechts) sowie Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann (links) ernste Sorgen. Bild: hfz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
06.03.2016
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114 Flüchtlinge leben im Erstaufnahmelager Mehrzweckhalle. Drei Familien konnten erst in der vergangenen Woche weiter verlegt werden. Aber zwei Personen müssen hier bereits seit dem 8. Oktober 2015 ausharren, berichtete Oberbürgermeister Kurt Seggewiß seinem Gast, dem Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (SPD). Auch Rechts- und Sozialdezernent Hermann Hubmann und ein Dolmetscher für Arabisch kamen mit in die Notunterkunft.

Schon Anfang Februar hatte Seggewiß von seinem Treffen mit Oberbürgermeistern und Landräten berichtet, dass die Belastungsgrenze der Kommunen längst erreicht ist. Dabei werde alles getan, um den Aufenthalt in der Erstaufnahmeeinrichtung so erträglich wie möglich zu gestalten. "Es gibt abgetrennte Familienräume, Unterhaltung für die Kinder, Handy-Ladestationen und eine Kleiderkammer", erläuterte Einrichtungsleiter Max Landgraf.

Falsche Versprechungen


Nach seinem Besuch im Camp Pitman machte sich Grötsch nun ein Bild von der Lage in der Mehrzweckhalle. Seggewiß pflichtete ihm bei, dass die Übersiedlung raus aus der Notunterkunft in Gemeinschaftsunterkünfte und in dezentrale Einrichtungen eine große Herausforderungen sei. "Ich habe Verständnis, wenn Flüchtlinge, die teilweise von ihren Landsleuten mit falschen Versprechungen hierher gelockt wurden, nun hier verärgert sind", so Grötsch.

Landgraf betonte, dass alle Helfer "von Anfang an ihr Bestes gegeben haben". Zu erwähnen sei auch eine vorbildliche medizinische Betreuung und Kurse über das Grundgesetz, die von Richtern gegeben werden. Meist geschieht dies alles ehrenamtlich. "Dabei darf man die Zeit nach der Notunterkunft für eine erfolgreiche Integration nicht vergessen. Das kostet viel Geld, das wir nicht haben", gab Rechts-und Sozialdezernent Hermann Hubmann zu bedenken. Grötsch versprach, Sozialministerin Emilia Müller an die umgehende Einhaltung ihrer Zahlungszusagen für die Stadt Weiden und die beiden Landkreise zu erinnern.

Wieder warten


Anschließend setzten sich die Gäste mit Flüchtlingen zusammen und beantworteten deren Fragen. Meist ging es dabei um ähnliche Einzelschicksale, wie die Trennung auf der Flucht von seinen Verwandten, die nun woanders untergekommen sind.

Seggewiß erklärte, dass die Familienzusammenführung erst nach der Verlegung in eine Gemeinschaftsunterkunft möglich ist und dies kann aufgrund der Vielzahl der Anträge dauern. Solange müsse man Geduld haben. Die Stadt helfe so weit ihr dies möglich sei. "Am Besten, man nützt die Zeit, um schnell Deutsch zu lernen. Je schneller man die Sprache spricht, umso schneller lassen sich Probleme lösen. Erst dann kann Integration gelingen."
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