Schulamt führt für Jahrgang 1/2 Kombi-Modell der Rehbühlschul ein
Rehbühlschule: 100 Kinder, 4 Klassen

(ca) Die Rechnung schien so einfach: An der Rehbühlschule sind im letzten Jahr 60 Kinder in drei Klassen eingeschult worden. Für diesen Herbst werden 40 Abc-Schützen erwartet. Eltern und auch Lehrer gingen daher davon aus, dass zwei erste Klassen an den Start gehen. Dem ist nicht so.

Wie Schulamtsdirektor Josef Benker bestätigt, wird es für die Jahrgangsstufe 1/2 nicht fünf, sondern vier Klassen geben: zwei reine Zweite, eine reine Erste und eine Kombi 1/2. Benker kann Befürchtungen von Eltern nachvollziehen, die bedauern, dass bestehende Klassenverbände verändert werden und die Schülerzahl von 20 auf 25 steigt. "Aber Eltern haben nicht die Gesamtsicht auf den Schulamtsbezirk."

Der Freistaat geht von durchschnittlich 22 Kindern pro Klasse aus und stellt dafür Lehrer zur Verfügung. Zum Schulamtsbezirk gehört auch der Landkreis Neustadt/WN. Beispiel Leuchtenberg: Dort werden ab September 34 Kinder unterrichtet, also im Schnitt 17 pro Kombiklasse 1/2 und 3/4. Geht die Rettung der "Dorfschulen" zulasten anderer Schulen? "Wir müssen schauen, dass es bei allen Schulen passt", bestätigt Benker. Die Mindestgrenze für eine bayerische Grundschule liegt bei 26 Schülern. Im Landkreis sei daher "in den nächsten Jahren keinerlei Schulschließung in Betracht zu ziehen".

Einmal mehr in seiner Karriere - am Dienstag nimmt Benker Abschied - verteidigt der Schulamtsdirektor das Modell des jahrgangskombinierten Unterrichts: "Das Schreckgespenst Kombi ist keines mehr." Gerade in den Klassen 1/2 habe sich die flexible Eingangsstufe (etwa an der Albert-Schweitzer-Schule oder der Grundschule Luhe-Wildenau) bestens bewährt. Im Schulamtsbezirk gebe es etwa 35 bis 40 Kombiklassen: "Und wir haben keine Beschwerden." Der gemischte Unterricht entspreche der modernen Lernpsychologie, individuell auf den Leistungsstand des Einzelnen einzugehen. Benker verweist auch darauf, dass in Kombiklassen bis zu 5 zusätzliche Lehrerstunden vorgesehen sind.

Der Pädagoge glaubt nicht, dass die derzeitigen Rehbühl-Erstklässler darunter leiden werden, ab September in veränderten Klassenverbänden zu sitzen. Erfahrungsgemäß gelte die "gaußsche Normalverteilung": "20 Prozent der Kinder sind traurig. 20 Prozent schreien Hurra, weil sie einen neuen Lehrer bekommen. Und für 60 Prozent ist das eben so." Kinder hätten da oft weniger Probleme als ihre Eltern. "Aber Widerstände sind ganz natürlich und zeigen ja auch, dass sich Eltern für ihre Kinder und die Schule interessieren." Die Väter und Mütter sind per Elternbrief zu einem Infoabend am Donnerstag, 25. Juni, in die Schule eingeladen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.