Schwere Geburt
Fragezeichen bei der Geburtshilfe: zu wenig Hebammen

Politik
Weiden in der Oberpfalz
14.12.2015
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Größere Einschnitte am einen oder anderen Standort sind im Zukunftskonzept 2020 der Kliniken Nordoberpfalz AG nicht vorgesehen. Allerdings steht hinter dem Bereich Geburtshilfe ein mehr oder weniger großes Fragezeichen. Wie Vorstand Josef Götz mitteilte, ist es das Ziel, beide Geburtshilfen in der Region weiterzubetreiben. Sowohl Weiden als auch Tirschenreuth hätten ein hohes Qualitätsniveau und würden auch gut angenommen.

Angesichts extrem hoher Strukturanforderungen an eine Geburtshilfe und des extremen Personalmangels bei den Hebammen stünde man aber vor fast unlösbaren Aufgaben. Götz kündigt Veränderungen an beiden Standorten an, wobei sich für die entbindenden Frauen grundsätzlich nichts ändern solle. Aber ob es gelingt, beide Einrichtungen langfristig und nachhaltig weiter zu betreiben, das muss Götz offen lassen. "Da haben wir nicht allein das Heft des Handelns in der Hand."

Ein wichtiger Faktor des Zukunftskonzepts 2020 ist die Liquidität, die Ausstattung mit flüssigen Mitteln, also mit Geld. Bei der Gründung der AG ist dies nicht geschehen. Jetzt wollen die Träger dies nachholen. Insgesamt geht es um 10 Millionen Euro. Die Hälfte davon betrifft den Verlustausgleich, den die Träger nach ihren Anteilen erstatten. Von der Stadt Weiden kommen 51 Prozent, vom Landkreis Tirschenreuth 47,5 und vom Landkreis Neustadt 1,5 Prozent. Weitere 5 Millionen werden als zinslose Darlehen gewährt. Hier zahlt jeder Träger ein Drittel. Allerdings müssen die einzelnen Gremien noch zustimmen.

In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Personalie zu vermelden. Während sich der Tirschenreuther Landrat und der Weidener Oberbürgermeister im Vorsitz des Aufsichtsrates abwechseln, erhält der Neustädter Landrat den ständigen Vorsitz im Personal- und Finanzausschuss.

Um die Liquidität weiter zu verbessern, will die Kliniken AG auch nicht benötigte Liegenschaften verkaufen. Hier sind bereits vielversprechende Verhandlungen im Gang. Und als dritte Säule ist eine Mitarbeiterbeteiligung geplant. Dazu laufen Gespräche mit den Gewerkschaften.

Auch interessant: Schwere Schlaganfälle können künftig dank einer Kooperation der Kliniken Amberg und Weiden noch besser behandelt werden. Sie schließen sich zum "NeuroRadiologischenZentrum NordostBayern" zusammen. Bericht folgt.
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