Sonderausschuss Innenstadtentwicklung berät Alternative
Realschule: Geschäft beim Teilneubau

Die derzeit wahrscheinlichste Variante: Der Sportplatz der Realschulen (vorne links) wandert auf die DJK-Anlage, die Klassen- und Funktionstrakte (Bildmitte) entstehen auf dem bisherigen Sportplatz neu. Schwimm- und Sporthalle werden saniert. Luftbild: Michael Ascherl
Politik
Weiden in der Oberpfalz
13.07.2016
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Für die Realschulen nur das Beste. Und zwar aus allen bisher diskutierten Varianten. Der neue Sonderausschuss Innenstadtentwicklung soll die Tür für eine noch attraktivere Stadt öffnen. Und steht unversehens vor der Frage, wie die baulichen Probleme der Realschulen zu lösen sind. Am Dienstag, 19. Juli, um 15.30 Uhr tagt das junge Gremium zum ersten Mal.

Die Fraktionen entsenden jeweils ihre Experten aus dem Bau-, Finanz- und Hauptverwaltungsausschuss. Die Verwaltung erwartet von Dr. Matthias Holl, Hildegard Burger, Brigitte Schwarz und Karl-Heinz Schell (SPD), Wolfgang Pausch, Alois Lukas und Hans Blum (CSU), Reinhold Wildenauer und Stefan Rank (Bürgerliste) sowie Gisela Helgath (Grüne) wesentliche Fingerzeige. Etwa den, wie mit den Realschulen weiter verfahren werden soll. Denn alle Varianten im Feuer zu halten, kostet vor allem viel Geld und Personal. Und beides hat die Stadt Weiden nicht.

Die Verwaltung bietet einen Königsweg an: die hoch bezuschusste Sanierung von Sport- und Schwimmhalle. Dazu den Neubau des Klassen- und Funktionstraktes auf dem bisherigen Sportgelände. Denn auch der wird derzeit mit 80 Prozent bezuschusst und ist mit 25 Millionen Euro auch noch um 10 Millionen Euro günstiger als die Sanierung der Realschulgebäude. Und dann die Krönung: Mindestens 6 Millionen Euro würden der Verkauf der 22 000 Quadratmeter an höchstattraktivem Bauland in die Stadtkasse spülen.

Investoren interessiert


Für die Stadt wäre diese Rochade, bei der auch der Sportplatz auf das DJK-Gelände verlagert werden muss, zumindest kein Verlustgeschäft. Läuft alles optimal, könnte sogar Geld in der Kasse bleiben. Der Verkauf des Areals der bisherigen Realschulgebäude ist sicherlich kein Problem: Eine gute Handvoll potenter Anleger hat schon mal den Hut in den Ring geworfen und will ein Plätzchen.

Realschul-Neubau: Bedenken bei CSU und BürgerlisteSowohl die CSU wie auch die Bürgerliste wollen die Realschulen generalsanieren. "So ein großzügiges Gebäude bekommen wir nie wieder", betonten sowohl CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch als auch Stefan Rank von der Bürgerliste. Die Trennung der "Geschlechter" sei ebenso wie die räumliche und organisatorische Selbstständigkeit der beiden Schulen ein Alleinstellungsmerkmal.

Die neuen Schulbaurichtlinien sehen wesentlich kleinere Räume vor. Darum sei ein Neubau auch "billiger, aber nicht günstiger" als die Generalsanierung. Mit der drohenden räumlichen Fusion sei auch die organisatorische Eigenständigkeit der beiden Schulen gefährdet, schließen sich beide den Argumenten von Susanne Genser, der Rektorin der Sophie-Scholl-Realschule, an.

Darüber hinaus glaubt Pausch auch "den Braten" zu riechen. Die Stadt wolle den Teilneubau, um die Klassen- und Funktionstrakte verlagern zu können. Damit würde der bisherige Standort frei für eine andere Nutzung. "Es ist doch bezeichnend, wenn gleich am Anfang der Projektprofildefinition, noch vor der Zustandsbeschreibung der Schule, ganz markant, auf den besonders hohen Grundstückswert verwiesen wird. Diese Herangehensweise finde ich bemerkenswert." Der Verwaltung gehe es darum, das Realschulgrundstück zu verwerten, mutmaßt Pausch. "Aber auch die Stadt kann ihren Grund nur ein Mal verkaufen."

Pausch bedauerte, dass die Schulleitungen unterschiedliche Prioritäten setzten. "Das erschwert uns die Arbeit." Auch der Kostenplan der Stadt sei nicht belastbar. "Wir haben ein paar Zahlen. Aber wo sind zum Beispiel die Abbruchkosten?" (wd)
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