Spätestens in zwei Wochen muss Weiden 200 weitere Asylbewerber beherbergen können
Asylbewerber in Mehrzweckhalle

Noch hängen die Plakate der letzten "Mega-Party" am Eingang der Mehrzweckhalle Am Langen Steg. Entsprechend dem Notfallplan der Stadt Weiden ziehen hier Anfang November Asylbewerber ein. Im Camp Pitmann soll sein Container-Dorf "winterfeste" Wohnplätze bieten. Ankommende Familien mit kleinen Kindern will die Stadt "dezentral" unterbringen. Bild: Hartl

Am Ende der Krisensitzung steht am Mittwochabend der Notfallplan. Ihn fordert die Regierung: Spätestens in 14 Tagen muss Weiden fähig sein, weitere 200 Asylbewerber zu beherbergen. Als "Unterkunft auf Zeit" gilt die Mehrzweckhalle. Weitere Quartiere werden gesucht.

Die Stadt muss die Flüchtlinge aufnehmen. "Das ist ein Befehl. Da gibt es kein Ermessen", verdeutlichte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Die dramatische Situation bei den Flüchtlingen erreiche nun die Kommunen. Bis zum 3. November habe die Stadt zu melden, wie sie die Unterbringung sicherstellen will. "Wir haben den Vorteil, dass sich unsere Arbeitsgruppe mit der Problematik der Asylbewerber befasst. Sie funktioniert gut."

Im dreistufigen Notfallplan ist vorgesehen, dass Weiden rund 200 Asylbewerber in der Mehrzweckhalle unterbringt. Da die Erstaufnahme-Lager heillos überfüllt sind, bekomme die Stadt Menschen, die noch nicht registriert und noch nicht untersucht sind, berichteten OB Seggewiß, Sozialamtsleiter Christian Hölzl und Nicole Hammerl vom Rechts- und Sozialdezernat am Mittwochabend. Daher seien sowohl die Ausländerbehörde als auch das Gesundheitsamt gefordert. Während des Winters bleibe die Mehrzweckhalle belegt und falle für den Sport ganz aus. Die Stadt habe für Reinigung, Versorgung (Catering, da keine Küchen möglich sind) und die Sicherheit zu sorgen.

Im Frühjahr muss das Container-Dorf bezugsfertig sein, das auf dem Areal des Camp Pitman in der Kasernenstraße entstehen soll. Und die Stadt muss sich darauf einstellen, dass sie eine größere Anzahl von Personen über einen Zeitraum von rund fünf Jahren unterbringen muss.

Bereits in dieser Woche sollte das Wohnheim in der Johannisstraße belegt werden. Die 55 Personen sind nun für nächste Woche angekündigt. "Dann haben wir etwa 250 Flüchtlinge in der Stadt. Wir werden bei der Regierung einfordern, dass wir nicht stärker als andere belastet werden", betonte OB Seggewiß. "Wir wollen eine gute Betreuung sicherstellen. Mir ist klar, eine so hohe Zahl von Asylbewerbern kann die Stadtgesellschaft belasten. Wir brauchen Kümmerer."
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