SPD-Fraktion trifft auf verunsicherte Mitarbeiter
Furcht vor Kahlschlag in Stadtgärtnerei

Im Blütenmeer - besonders im roten - fühlt sich auch die SPD-Fraktion wohl. Vorsitzender Roland Richter (Achter von links) war bemüht, Befürchtungen der Mitarbeiter zu zerstreuen. Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
17.05.2016
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Es blüht und duftet in den Gewächshäusern der Stadtgärtnerei. Damit dies so bleibt, brauche man Männer und Frauen, die die Arbeit machen. "Seit 2003 hat man uns immer wieder Personal gestrichen", stellte Stadtgartenmeister Hans Gallersdörfer gegenüber den Besuchern der SPD-Fraktion fest. Im operativen Bereich büßte die Stadtgärtnerei demnach sechs Kräfte ein. Aktuell beschäftige sie von der Leitung bis zum Auszubildenden 36 Mitarbeiter. "Wir haben uns beim Bayerischen Städtetag mit Aschaffenburg, Straubing und Neumarkt verglichen. Dort liegt das Mittel, das eine Arbeitskraft pflegt, bei 4,5 bis 5 Hektar. Und wir sind schon bei über 6 Hektar."

Gallersdörfer zog auch einen Vergleich zum eigenen Garten, der ständig gepflegt werden wolle. Wer zu lange schlampert, der werde keine Freude mehr haben mit seinem Gärtchen. Wer dann anpacken wolle, müsse kräftig Geld zuschießen. Und das, so der Leiter, wolle er der Stadt ersparen. An der Führung nahmen auch Bauhofleiter Manfred Meßner Thomas Huber (Galabau, Baumkontrolle, Pflegegruppe), Matthias Winter (Controller), Stefan Bürgner (Spielplätze, Kataster) und Christian Egeter (Zierpflanzen) teil. SPD-Fraktionschef Roland Richter dankte ihnen und ging kurz auf die Diskussion um die Zukunft von Bauhof und Stadtgärtnerei ein, "die nicht immer unsere Zustimmung findet".

Richter: Gelassen bleiben


Richter: "Wir stehen an Ihrer Seite. Klar, wir wollen Dinge verändern, aber wir wollen sie so verändern, dass die gute Struktur, die wir in Weiden aufgebaut haben, nicht kaputt gemacht, sondern höchstens verbessert wird." Richter empfahl, mit Gelassenheit abzuwarten.

Mit Interesse verfolgten die Genossen die Ausführungen des Stadtgartenmeisters, was den Erhalt der für die Stadt so typischen Weidenbäume angeht. "Die kann man schlecht einkaufen, weil wir einfach die einheimische Art wollen." Der Erhalt gelinge nur, wenn man die Abschnittmasse der Krone bewurzle. "Das wird dann sechs bis acht Jahre aufgeschult und gepflegt." Hinterher würden die Köpfe beschnitten und die Bäume im Stadtgebiet verpflanzt. Die Original-Kopfweiden in Weidens seien gelbtriebig. Insgesamt betreue die Gärtnerei 650 solcher Bäume.

Breites AufgabenspektrumDas Aufgabenfeld der Stadtgärtnerei sei vielfältig, erklärte Leiter Hans Gallersdörfer. Die Mitarbeiter kümmerten sich um städtische Grünflächen, Spielplätze, Sportplätze und Friedhöfe. Ferner um das Grün an Bachläufen, die Kletterrosen in der Fußgängerzone, um Teiche, Biotope, Kopfweiden, Straßenbegleitgrün, das Stadtbad, Pflanztröge, Naturdenkmäler, Blumenkästen, Dekos, Frühjahrs-, Sommer- und Herbstbepflanzung, Gratulantenschalen, Ehrengräber, Kriegsgräber und die Vogelvoliere. Oder Nistkästen, Bolz- und Spielplätze sowie Bäume. Auch für gutachterliche Stellungnahmen zur Baumschutzverordnung, Blumenschmuckwettbewerbe oder Pflegevereinbarungen mit Bürgern sei die Stadtgärtnerei zuständig. (uz)
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