SPD-Fraktion will Unfallschwerpunkt in Neunkirchen entschärfen
"Minikreisel" lässt Anwohnerin rotieren

Nicht zuletzt aufgrund dieses spektakulären Unfalls Ende April will die SPD-Fraktion die Kreuzung Hofacker-/Latscher Straße durch einen Minikreisel aus Gummi noch sicherer machen. Bild: Wieder
Politik
Weiden in der Oberpfalz
30.06.2016
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Ihre Gartenmauer ist robust. Und musste schon einiges aushalten. Autos zum Beispiel, die dagegen schleudern. Denn an der Kreuzung der Hofacker- mit der Kirchäcker- und Latscher Straße in Neunkirchen kracht es immer wieder. Offenbar auch unabhängig davon, welche Vorfahrtsregelung nun gilt. Von der jüngsten Idee, dort einen kleinen Kreisverkehr einzurichten, hält Maria Frischholz "denkbar wenig". "Um Gottes Willen, tut's uns das nicht an", meint die Seniorin, die in den vergangenen Tagen die Unfallspuren an ihrer Mauer beseitigte.

In ihrem Antrag zum nächsten Hauptverwaltungsausschuss am 22. September fordert die SPD-Stadtratsfraktion, dass zusätzlich zur bestehenden Regelung (Rechts vor links) in der Mitte der Kreuzung ein sogenannter "Minikreisel" aus Gummi installiert wird - "analog der Verkehrreglung an der Ecke Berliner Straße/Krumme Äcker". Dort sei es seit 2011 zu keinen nennenswerten Unfällen mehr gekommen.

Richtig Rabatz


Maria Frischholz bezweifelt, dass die beiden Kreuzungen vergleichbar sind. Ihr wäre es am liebsten, wenn die Stadt zur ursprünglichen Regelung zurückfände. "Die Hofackerstraße soll wieder Hauptstraße sein. Kirchäcker- und Latscher Straße sollten durch Stoppschilder untergeordnet werden. Das wäre eine klare Sache." Das Verkehrsaufkommen aus und nach Weiden-West habe sich durch die jüngste Vorfahrtsänderung ja nicht reduziert.

Die Lärmbelästigung sei für die Anwohner vielmehr gestiegen. "Die Fahrzeuge auf der Hofackerstraße müssen anhalten und dann wieder losfahren. "Gerade die schweren Erntefahrzeuge, die in den Ort wollen, abbremsen und wieder beschleunigen müssen, machen da richtig Rabatz." Mit Nachbarn habe sie das Verhalten der Autofahrer beobachtet, erzählt die Anwohnerin. "Von 20, die an der Kreuzung ankommen, achten sicherlich mehr als 5 auf kein ,Rechts von links'. Die fahren einfach durch." Dies gelte für die Autofahrer auf jeder der drei Straßen. "Und jeder glaubt sicher immer noch, er ist im Recht."

Bedingt durch die Überquerung dieser Kreuzung mit deutlich zu hoher Geschwindigkeit, vor allem durch Pkw aus dem Gewerbegebiet Weiden-West (Brandweiher), sei die Verkehrsregelung vor einigen Monaten in "Rechts vor links" geändert worden, stellt hingegen die SPD in ihrem Antrag fest. "Dies hat bereits zu einer deutlichen Reduzierung der Geschwindigkeit geführt und sich somit bewährt." Dennoch sei es seit der Änderung der Vorfahrt zu Verkehrsunfällen mit hohen Schäden gekommen, "da einzelne Verkehrsteilnehmer die Situation nicht oder zu spät erkennen". Gut, dass der Mini-Kreisel nur aus Gummi bestehen soll, meint dazu Maria Frischholz.

Regelung funktioniert nicht


Stadtrat Alois Schinabeck aus Neunkirchen erinnert an die vielen Einsätze der Feuerwehr an dieser Kreuzung. "Die Verkehrsregelung ist eindeutig, aber sie funktioniert nicht immer. Mittendrin ist einer unaufmerksam, und schon ist es passiert." Man schaue auf der Fahrt aus dem Gewerbegebiet und auf der Latscher Straße regelrecht gen Himmel, und niemand rechne mit querenden, ja sogar bevorrechtigten Autos. "Wir müssen alle dazu bringen, dass sie langsamer fahren und aufmerksamer werden." In der Berliner Straße sei es mit dem "Gummi-Kreisel" gelungen, die Unfallzahlen auf Null zu bringen. "Das wollen wir auch in Neunkirchen erreichen", begründet Schinabeck den SPD-Antrag.
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