SPD-Frauen: Auch Weiden braucht mehr Stadträtinnen
Vorbild München

Frauen, die für Frauen kämpfen: Zum weltweiten Aktionstag beleuchteten die Sozialdemokratinnen um Chefin Sabine Zeidler (vorne, Dritte von links) weibliche Rollen in der Gesellschaft. Bild: uz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
09.03.2016
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Im Münchener Rathaus herrschten traumhafte Verhältnisse. Die Hälfte der Räte dort sei weiblich. Das betonte die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) bei ihrem Treffen im Vorfeld des Internationalen Frauentags in der voll besetzten Almhütte. Im Weidener Stadtrat sehe es dagegen anders aus, wie Waltraud Koller-Girke in ihrem Kurzreferat erklärte. Hier habe der Frauenanteil in der vorletzten Amtsperiode 27,5 Prozent betragen. 2014 sei er auf 22,5 Prozent zurückgegangen.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sagte, er wünsche sich auch mehr weibliche Beteiligung im Stadtparlament, und gab sich als Verfechter der Frauenquote. Nur, es sollten auch möglichst viele Frauen für ein Amt bereitstehen. In der Stadtverwaltung komme man da gut voran. Der Frauenanteil in der Führungsetage steige stetig: Kämmerei, Jugendamt, Hochbauamt. Die Wirtschaftsförderung sei komplett in Frauenhand. Und die Teamleitung im "Jobcenter" habe sich allen Unkenrufen zum Trotz erfolgreich verweiblicht. "Das haben wir gegen große Widerstände durchgesetzt. Zwei Frauen mit Teilzeitjob. Und es funktioniert besser, als wenn ein Mann in Vollzeit arbeitet."

MdL Annette Karl sprach sich nicht zuletzt für mehr Entgeltgerechtigkeit aus. Besonders wichtig sei ihr zudem die Einführung einer Familienarbeitszeit. Nur so könnten Mütter und Väter freinehmen, ohne gleich ihren Job kündigen zu müssen.

Gewalt gegen Frauen gebe es nicht erst seit der Silvesternacht in Köln, sagte Karl. "Die alltägliche Belästigung von Frauen, besonders am Arbeitsplatz, ist nichts Neues für uns." Für die Flüchtlingsfrauen forderte die Landtagsabgeordnete abschließbare Sanitärbereiche und geschützte Räume.

Die Regensburger Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer erklärte, dass die SPD auf ihre Frauen stolz sein könne. "Männer und Frauen sind nach dem Grundgesetz gleich. In der Welt schaut es allerdings anders aus." Trotzdem sei das diesjährige Motto "Frauen brechen auf" falsch gewählt, weil die Frauen, die sozialdemokratischen an der Spitze, schon vor 150 Jahren aufgebrochen seien.

Koller-Girke beleuchtete in ihrem Referat die Künstlerin Antonie Vierling, die 1919 als erste Stadträtin ins Weidener Rathaus eingezogen sei. Dr. Sema Tasali-Stoll, Gabi Laurich und Sonja Schreglmann stellten von Lore Leitmeier und Wilhelm Moser vorbereitete Biografien und Geschichten starker Frauen vor. Höhepunkt des Abends war der Auftritt der in weiblicher Hinsicht quotenstarken Formation "Kalinka".
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