Stadt bewirbt sich um Förderprogramme für Flüchtlingskinder
Nur Tropfen auf den heißen Stein

Die Hausaufgabenhilfe des Arbeitskreises Asyl hat bereits vielen Kindern mit Migrationshintergrund zu einer erfolgreichen Schullaufbahn verholfen. Sie übernimmt auch gerne die Betreuung von Vorschulkindern. Archivbild: Wilck

Je früher, desto besser. Diese Regel gilt auch für Integration. Also sollten Flüchtlingskinder möglichst frühzeitig in die Gesellschaft integriert werden. In Kindertagesstätten, wo das der Fall ist, läuft es nach Angaben von Jugendamtsleiterin Bärbel Otto auch recht gut. Allerdings besucht bisher nur ein kleiner Teil der in Weiden lebenden Kinder von Asylbewerbern bzw. Flüchtlingen eine Tagesstätte. Von insgesamt 73 Ein- bis Siebenjährigen sind das 31 Jungen und Mädchen.

Positive Rückmeldungen


"Von den Leiterinnen der Kindertagesstätten gibt es fast nur positive Rückmeldungen." Die betroffenen Eltern und Kinder würden in Weiden von Paten unterstützt, und "sie wollen dazu gehören". Natürlich wäre es wünschenswert, die Maßnahmen zur Integration zu verstärken, erklärte die Jugendamtsleiterin im Ausschuss für Jugendhilfe und soziale Fragen. Und es gebe dazu auch ein Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Soziales, Familie und Integration.

Um in den Genuss der Fördermittel zu kommen, habe die Stadt Weiden mit Unterstützung von Fachkräften bereits ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Der Maßnahmenkatalog sieht unter anderem Dolmetscher für Entwicklungsgespräche, Workshops mit Kitas und Netzwerkpartnern, Fortbildungen für das pädagogische Personal, die Organisation von Elternabenden und Projekttagen vor. "Die Frage ist allerdings: Wer soll das alles organisieren?" Otto erklärte allerdings schon im Vorfeld: "Bedarfsgerecht wird's sicher nicht." Bisher sei noch offen, wie viel Geld der Fördertopf enthalten wird. Ihre Einschätzung: "Wenn wir Glück haben, wären für Weiden vielleicht 20 000 Euro drin. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein bei unseren vielen Einrichtungen."

Nichtsdestotrotz werde die Stadt sich für das Programm bewerben. Je nachdem, wie viel Geld fließt, könne dann eben nur ein Teil der Projekte umgesetzt werden. Einstimmig bat das Gremium den Finanzausschuss, den erforderlichen Eigenanteil der Stadt in Höhe von 2000 Euro im Haushaltsplan 2017 noch zu berücksichtigen.

Mit einem konkreten Hilfsangebot wandte sich der Arbeitskreis Asyl an das Jugendamt. Er hat bereits 2016 mehrere Flüchtlingskinder sechs Monate lang auf die Schule vorbereitet. Otto: "Nach Auskunft von Herrn Hess waren die Erfahrungen sehr gut." Der AK Asyl wäre bereit, auch 2017 wieder Asylbewerberkinder auf die Schule vorzubereiten. "Nach bisherigen Stand betrifft das fünf Kinder im Vorschulalter, die unversorgt sind." Diese Zahl könne sich natürlich noch ändern. Derzeit geht der AK Asyl bei einer siebenmonatigen Betreuung - wofür sich der Jugendhilfeausschuss aussprach - von 11 400 Euro Kosten aus. Der Finanzausschuss wurde gebeten, auch diese Mittel im Haushaltsplan 2017 noch bereitszustellen.
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