Stadt entschärft in einem ersten Bauabschnitt den Weidingbach
Neuer Damm schützt vor Flut

Drei Meter über dem Durchlass des neuen Hochwasserdamms vor der Brandweihersiedlung (von links) OB Kurt Seggewiß, Bataillonskommandeur Andre Breitung, Katrin Scharnagl, Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier und der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Matthias Rosenmüller. Bild: Wieder
Politik
Weiden in der Oberpfalz
13.08.2016
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Das Wasser aus den Standortübungsplatz fürchten die Bürger im Brandweiher mehr als Schießlärm oder Granaten. Regelmäßig flutet der Weidingbach Keller und Tiefgaragen. Jetzt versucht die Stadt den Bach zu zähmen, der sich bei stärkeren Regenfällen in einen Fluss verwandelt.

Der Weidingbach ist dabei nicht das einzige "Gewässer dritter Ordnung", das der Stadt und dem Wasserwirtschaftsamt Sorgen bereitet. Immerhin: Die Schweinenaab ist gebändigt. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß erinnerte bei der Fertigstellung des Weidingbach-Dammes im Standortübungsplatz an das Jahr 1995, als die Schweinenaab dabei war, sich in die Innenstadt zu ergießen. Inzwischen fließt die Schweinenaab im "breiten Canale Grande", der auch bei einem 100-jähriges Hochwasser alle Anlieger von Überschwemmungen abschirmt. Seggewiß versicherte, dass auch die anderen stark hochwassergefährdeten Stadtteile wie Halmesricht/Frauenricht, Rothenstadt und Mallersricht nicht vergessen würden.

Nach einem Stufenplan wird der Weidingbach in vier Bauabschnitten entschärft. Bereits im Jahr 2010 beantragte die Stadt das wasserrechtliche Verfahren für das Regenrückhaltebecken und die Optimierung der Verrohrung, berichtete Tiefbauamtsleiter Hubert Grillmeier. Das Regenrückhaltebecken befindet sich auf dem Areal der Bundeswehr in einem hoch geschützten "Fauna-Flora-Habitat" (FFH)-Gebiet. Wegen der komplexen Voraussetzungen und der FFH-Ausweisung vergingen ein paar Jahre, bis Baurecht und ein Förderbescheid vorhanden waren.

Im Winter 2014/15 ließ die Stadt die Fläche für das Hochwasserwasserrückhaltebecken roden und die Wurzelstöcke entfernen. Die Firma Scharnagl Hoch- und Tiefbau GmbH erhielt nach der Ausschreibung den Auftrag für den ersten Bauabschnitt in Höhe von 777 777 Euro.

Mit der bis zu drei Meter messenden Erhöhung der bisherigen Hauptzufahrt, der "Panzerstreße", und der Schüttung eines Abzweigs, der speziell die Brandweihersiedlung abschirmt, entstand ein Trockenbecken, das bis zu 22 000 Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. Selbst bei einem 100-jährlichen Hochwasser geben die Durchlässe nur 0.42 Kubikmeter pro Sekunde an den Weidingbach ab, was dieser locker verkraftet. Die insgesamt 575 Meter langen Dämme stauen das Hochwasser aus einem Einzugsbereich von 1,4 Quadratkilometer vor den Toren der Stadt auf. Dafür mussten gut 10 000 Kubikmeter Material bewegt werden. Im nächsten Bauabschnitt wird der Weidingbach teilweise verrohrt.

Der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, Leitender Baudirektor Matthias Rosenmüller, dankte der Stadt, dass sie den Hochwasserschutz so ernst nehme. Dies liege aber auch im Sinne des Freistaates, der die Maßnahme mit 75 Prozent gefördert habe. Die Regenrückhaltung sei gerade auch aus ökologischen Gesichtspunkten sehr gelungen.
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