Stadt schielt auf Fördermittel und übernimmt Kosten für zwei Kinderkrippen
24 Knirpse dürfen hoffen

Zusammen rasseln, zusammen singen in einer Kinderkrippe wie hier in St. Dionysius Neunkirchen: Das wollen ab Herbst viele Kinder in Weiden. Für 64 unter Dreijährige aber gibt es keinen Platz. Bild: mte
Politik
Weiden in der Oberpfalz
24.06.2016
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Erst hieß es, ab Herbst fehlen 56 Krippenplätze in der Stadt. Nun musste das Jugendamt die Zahl nochmal korrigieren: nach oben. Zeit für den Stadtrat zu handeln.

Seit Ende April ist klar: Es fehlen ab September 64 Plätze für unter Dreijährige. Weitere 17 Kinder wollen ab Mai 2017 betreut werden. Das hören die Stadträte in ihrer Sitzung bei dem wegen Dringlichkeit eigens eingeschobenen Tagesordnungspunkt. Angesichts dieser Zahlen erfolgt die Anerkennung des Bedarfs an neuen Krippenplätzen einstimmig. Und dann geht es noch um viel Geld: 500 000 Euro. Vorerst.

Konkret rechnet das Jugendamt aber erst einmal anhand von Kinderzahlen den Bedarf vor. So brauche es - neben der Alternative Tagespflege - fünf weitere Krippengruppen für jeweils 12 Kinder. Damit wären 60 Kinder versorgt. Doch wo können sie versorgt werden? Und was kostet es?

Die erste Möglichkeit will die Arbeiterwohlfahrt in der Hochstraße bieten. Im Kindergarten Spatzennest soll eine Kindergarten- einer Krippengruppe weichen. Erste Kostenschätzungen liegen vor. Demnach kommt der Umbau auf knapp 190 000 Euro (plus 12 000 Euro für die Ausstattung, die nicht förderfähig ist). Geht die Krippe bis spätestens 31. Dezember 2017 in Betrieb, winken staatliche Fördermittel. Sie will die Stadt abgreifen. Deshalb plädiert der Stadtrat einstimmig dafür, dass Weiden 90 Prozent der förderfähigen Kosten für den Umbau übernimmt, um sie später vom Staat zurückzubekommen.

"Ähnlich" verhält es sich laut Rechts- und Sozialdezernent bei Projekt Nummer zwei am Hammerweg: "Nur teurer wird's", sagt Hermann Hubmann. Denn die Betreiberin des "Schneckenhauses" an der Mozartstraße will aufstocken. Kostenpunkt: 365 000 Euro plus bis zu 80 000 Euro für einen Aufzug, um das Gebäude barrierefrei zu gestalten. "Diesen Aufzug können wir aber aus rechtlichen Gründen nicht bezahlen", erklärt Hubmann. Ebenfalls nicht förderfähig seien die Kosten für Erschließung und Ausstattung (knapp 30 000 Euro). Wie bei der AWO will die Stadt auch hier 90 Prozent der knapp 365 000 Euro zahlen, weil sie auf die Fördermittel schielt.

Insgesamt investiert die Stadt damit knapp 500 000 Euro in neue Krippengruppen. Im Gegenzug will sie neue Defizitvereinbarungen mit den Trägern vereinbaren. Aber das ist Zukunftsmusik. Genauso wie die neue dreigruppige Krippe der Johanniter. Dass es sie braucht, erkennt das Gremium in seiner Sitzung zwar offiziell an. Damit ist der Weg für den Neubau geebnet. Nur, ein geeignetes Grundstück fehlt noch immer.
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