Stadt will Park bei Max-Reger-Halle zurückerobern
Druck auf "Trinker-Treff" hochhalten

Früher Freitagabend im Park an der Max-Reger-Halle: Besucher genießen nicht nur die Idylle, sondern auch das eine oder andere Getränk. Bild: rg
Politik
Weiden in der Oberpfalz
23.09.2016
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Wer sich nicht setzen kann, der zieht womöglich einfach weiter. Um die "Trinkerszene" aus dem Park bei der Max-Reger-Halle zu drängen, erwägt die Stadtverwaltung daher eine radikale Maßnahme: den Abbau von Bänken (wir berichteten). Ob das denn unbedingt sein müsse, fragten die SPD-Stadträte Brigitte Schwarz und Florian Graf im Hauptverwaltungsausschuss. "Damit bestraft man doch auch die Anwohner. Kinder, Familien, die sich gerne im Park hinsetzen." OB Kurt Seggewiß erkannte da einen Denkfehler: Gerade weil "stark alkoholisierte" Zeitgenossen die Sitze belegten, "hält sich da keine Familie mit Kindern mehr auf. Die haben sogar schon Angst, auch nur vorbeizugehen".

Das Problem in Zahlen: 125 Verfahren nach Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Alkoholkonsums in Grünanlagen zwischen Januar und August, 105 Anzeigen allein seit 1. Juli. Dazu die jüngste Entgleisung, als zwei Betrunkene in Streit gerieten und einer dem anderen lebensgefährliche Verletzungen zufügte. Ob sich die ungebetenen Besucher von höheren Geldbußen schrecken lassen? Bei einem anderen Tagesordnungspunkt schufen die Ausschussmitglieder einstimmig die Voraussetzungen dafür, dass die Stadt bei Verstößen gegen die Grünanlagensatzung "bis zu 2500 Euro" fordern kann. Im konkreten Fall sind die Erfolgsaussichten jedoch fraglich. Rechtsdezernent Hermann Hubmann räumte ein: "Wenn einer kein Geld hat, kann ich eine Geldbuße nicht erzwingen. Und diese Klientel hat gerade so viel Geld, um sich im Netto-Markt Alkohol zu kaufen."

Was dann? Eben Bänke "im schattigen Bereich" abbauen. Oder an der Dr.-Pfleger-Straße die Bepflanzung so zurückschneiden, dass die Stelle einsehbarer ist. "Das Wichtigste ist, die Anonymität wegzunehmen", pflichtete Genosse Graf bei. Ansonsten appellierten nicht zuletzt Hans Forster und Hans Blum (CSU) an die Polizei, weiterhin verstärkt zu kontrollieren.

Maßnahmen, die längst erprobt sind. Hubmann erinnerte kurz an die Historie des Trinkertreffs. Der sei von der Stadtmühlbach-Brücke in der Leibnizstraße zum Entensteig weitergezogen und nun schließlich im Park bei der Reger-Halle gelandet. Und das werde wohl nicht die letzte Station bleiben. Hubmann: "Wenn wir sie von dort vertreiben, werden sie woanders sein. Aber sicher nicht außerhalb Weidens." Blum, kämpferisch: "Wir müssen den Druck auf diesen Personenkreis hochhalten. Und wenn er woanders hingeht, müssen wir eben dort wieder durchgreifen."
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