Stadtrat für Erhöhung bei „Tohuwabohu“ – Andere Einrichtungen folgen
Gebühren für Kinderbetreuung steigen

Politik
Weiden in der Oberpfalz
25.01.2016
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Gisela Helgath hat neulich Kabarett geschaut. Dabei blieb der Grünen-Politikerin ein Satz im Gedächtnis: Hierzulande verdienten diejenigen, denen man Geld anvertraue, mehr als die, denen man Kinder anvertraue. Was sie in der Stadtratssitzung damit sagen wollte: Dass viele Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst nach den Tarifverhandlungen deutlich mehr verdienen, sei nur gerecht. Dem stimmten auch die anderen Vertreter im Gremium zu. Nur bedeutet das auch höhere Personalkosten - mehr als neun Prozent. Um die abzufedern, werden die Eltern mehr zahlen müssen. Und das nicht nur im "Tohu".

Einstimmig votierte der Stadtrat für höhere Gebühren im städtischen Kinderhaus. Das sei "für betroffene Eltern sicherlich kein Pappenstiel". Die Stadt sei aber dazu verpflichtet, die Einrichtung kostendeckend zu betreiben, erläuterte Nicole Hammerl vom Sozialamt. Hinzu kommt laut Jugendamtsleiterin Bärbel Otto, dass die staatliche Förderung nur um 2,3 Prozent erhöht wurde - "ein Tropfen auf den heißen Stein". Dabei wird der Schritt - wohl ab September - auch bei den anderen Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt Auswirkungen haben. Bei manchen sind die Gebühren an die des "Tohu" gekoppelt. Und Otto vermutet, dass auch die anderen folgen werden.

Offen blieb vorerst, wie viel von der Erhöhung auch tatsächlich übrigbleibt. Josef Gebhardt (SPD) wies darauf hin, dass die Stadt bei vielen Kindern die Beiträge ohnehin bezuschusse. Wolfgang Pausch (CSU) wiederum trieb Grundsätzliches um. Trotz der Erhöhung bleibe für 2016 beim "Tohu" ein prognostiziertes Defizit von 160 000 Euro. Andere seien da deutlich effizienter. Deshalb solle das gesamte Modell städtisches Kinderhaus bald auf den Prüfstand. Roland Richter (SPD) und OB Kurt Seggewiß verwahrten sich zwar gegen Vergleiche mit freien Trägern. Nicht zuletzt, weil das "Tohu" auch mehr leiste, etwa bei der Inklusion schwerbehinderter Kinder. Gegen eine genauere Überprüfung hatten aber auch sie nichts einzuwenden.
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