Stolpersteine aus dem Weg geräumt
Neue Lösung für barrierefreie Fußgängerzone

Politik
Weiden in der Oberpfalz
11.03.2016
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Bei "Jetzt red i" im April 2015 ergriff er das Wort. Alexander Grundler, Behindertenbeauftragter der Stadt, forderte energisch Barrierefreiheit in der Fußgängerzone - der Staat müsse hier endlich Lösungen zur Finanzierung präsentieren. Jetzt könnte der entscheidende Schritt dazu erfolgt sein: OB Kurt Seggewiß kehrte mit guten Nachrichten von Gesprächen im bayerischen Innenministerium zurück.

Vor allem Benutzer von Rollstühlen und Rollatoren sowie Eltern mit Kinderwagen wird's freuen: Läuft jetzt alles glatt, könnte sich bereits im nächsten Jahr ein zwei Meter breiter Plattenstreifen vom Oberen zum Unteren Tor ziehen. Eine 600 000-Euro-Maßnahme, die bisher daran scheiterte, dass man den direkten Anwohnern die Kosten nicht zumuten wollte: 60 Prozent der Summe hätten sie aufbringen müssen, obwohl ja alle Passanten davon profitieren. Die Runde mit Innenstaatssekretär Gerhard Eck und der Kommunalabteilung des Ministeriums zum barrierefreien Umbau zeigte nun einen anderen Weg auf. Laut Seggewiß müssten nur mehr 40 Prozent der Kosten auf Anwohner umgelegt werden.

Durch gesetzliche Neuregelungen ab 1. April könnte auch ein weit größerer Kreis von Bürgern herangezogen werden, so dass sich die Belastung für den Einzelnen verringert. Grundlage sei "der hohe Wert der Maßnahme für die Allgemeinheit". 60 Prozent der Kosten steuert die öffentliche Hand bei, wiederum 60 Prozent davon wären staatliche Zuschüsse.

Der Rathauschef dankt Eck für das "sehr konstruktive und hilfreiche Gespräch" und die "unbürokratische Hilfe". Dem Stadtrat und dem Finanzausschuss will Seggewiß vorschlagen, die nötigen Untersuchungen auf den Weg zu bringen. Geklärt werden müssen insbesondere die Beschaffenheit der Platten und die Art der Beitragssatzung. Bei Grundler wächst derweil die Vorfreude: "Wenn's klappt, hätte sich der jahrelange Einsatz wirklich gelohnt. Steter Tropfen höhlt den Stein."
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