Stromtrassen: Kritik an "Alleingängen"

(dpa/rdo) Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat seinen bayerischen Amtskollegen Horst Seehofer (CSU) für dessen Haltung im Streit um neue Stromtrassen kritisiert. Er werde "keine Lösung kampflos hinnehmen, bei der unsere Interessen bayerischen Interessen geopfert werden", sagte Ramelow der "Thüringer Allgemeinen" (Montagsausgabe). Es sei nicht hinnehmbar, dass Bayern die Voraussetzungen für die Abnahme des Stroms aus dem Norden noch nicht geschaffen habe. Mit "Alleingängen" sei kein Land gut beraten.

Seehofer will "schutzwürdige Landschaftsbereiche" vom Leitungsbau über das Landesentwicklungsprogramm ausnehmen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) müssten eingreifen, forderte Ramelow. In Thüringen wird trotz Widerstandes in der Bevölkerung eine Hochspannungstrasse gebaut, um Windstrom vom Norden in den Süden zu transportieren.

Post: Durch die Oberpfalz

Unterdessen warnt der Münchener SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post, dass sich Seehofer dafür ausgesprochen habe, die Süd-Ost-Stromtrasse nicht an Nürnberg vorbei, sondern durch die Oberpfalz entlang der A 93 zu führen. Damit würde zusätzlich zum "Ostbayernring" eine zweite Stromleitung mit noch höheren Masten gebaut. Bislang hat sich die schwarz-rote Koalition aber nicht auf einen Trassenverlauf festgelegt. Merkel hatte im Februar verkündet, die endgültige Entscheidung über die Stromtrassen solle im Juni fallen.
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