Syrische Flüchtlinge in Weiden benötigen Kleidung
Syrer brauchen Herrenschuhe

Zeigt her eure Schuh": Ursula Prösl und Birgit Hartwich (von links) mit echter Mangelware. Für den BRK-Kreisverband sind die beiden Ehrenamtlichen zuständig für die Kleiderkammer, in der Spenden für die Flüchtlinge gesammelt und sortiert werden. Bild: Hartl

Mit Flipflops und Badelatschen lässt es sich vielleicht gerade noch so durch den Oberpfälzer Sommer kommen. Viele der syrischen Flüchtlinge, die am Wochenende direkt von der Grenze nach Weiden gebracht worden sind, tragen nichts anderes an den Füßen. OB Kurt Seggewiß sieht Bedarf an "gut erhaltenen Herrenschuhen".

(ca) Er hat die Neuankömmlinge am Samstagnachmittag selbst begrüßt. Aktuell sind in der Berufsschul-Turnhalle 80 Flüchtlinge untergebracht, überwiegend aus Syrien, einige aus dem Nordirak und Afghanistan. Es handelt sich vorwiegend um Familien mit Kindern (Säuglinge bis Teenager) und junge Männer.

Sie kommen quasi direkt von der Grenze: von der Bundespolizei Deggendorf bzw. aus der Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg. Auch die Turnhalle in Weiden ist nur Durchgangslager: Ein Teil der 100 vom ersten Wochenende ist schon wieder weg, dafür trafen am Samstag 50 "Neue" ein. Sie tragen oft nur das eine Hemd am Leib, und das ist reif für die Wäsche. Waschmaschinen stehen bereit, aber es fehlt an der zweiten Garnitur zum Überziehen. OB Seggewiß und das Rote Kreuz melden daher Bedarf an gut erhaltenen Herrenschuhen, Herrenbekleidung und Kleidung für Jugendliche (Mädchen und Jungen). Wer Kleider spenden möchte, kann dies beim Roten Kreuz tun, Ulrich-Schönberger-Straße 11 (neben Stadtfriedhof), wochentags von 8 bis 16 Uhr, freitags bis 12 Uhr.

Nicht direkt abgeben

Die Helfer in der Turnhalle geben an die BRK-Zentrale durch, was aktuell aus der Kleiderkammer benötigt wird. Das BRK fährt die Kleidung dann zur Berufsschule. Direkt an der Turnhalle Hilfsgüter abzugeben, hält Thomas Hentschel vom Sozialamt nicht für sinnvoll. "Wir können dort nichts einlagern." Der Zugang ist ohnehin nur mit Berechtigungsschein möglich. Nichtsdestotrotz freut er sich über die enorme Hilfsbereitschaft der Weidener, die übereinstimmend von allen caritativen Verbänden der Stadt bestätigt wird.

OB Kurt Seggewiß war Samstag und Sonntag in der Halle, um "nach dem Rechten zu sehen": "Die Situation ist für die Menschen nicht einfach, aber sie merken, dass wir ihnen helfen." Ehrenamtliche Arabisch-Übersetzer sind im Einsatz. "Die Leute haben Fragen über Fragen." Die Neuankömmlinge müssen sich in Weiden einer Pflichtuntersuchung unterziehen. Dieses "Screening" übernehmen niedergelassene Ärzte, die dazu in die Turnhalle kommen. Nach der Untersuchung verteilt die Regierung der Oberpfalz die Flüchtlinge weiter: 60 Prozent kommen in andere Bundesländer, 40 Prozent bleiben in Bayern,
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