Testlauf am Issy-Platz soll ein Jahr dauern
Experiment Fußgängerzone

So könnte die Fußgängerzone zwischen Dänner-Eck (Allee) und Stadtmühlweg verlaufen. Detailfragen sind noch offen. Zum Beispiel: Bleibt die Weißenburger Straße vorerst noch befahrbar?

Ein Jahr lang soll die Stadt ausprobieren, ob eine durchgehende Fußgängerzone in der Sedanstraße möglich ist. Das schlägt die Verwaltung im Vorlagebericht zur Stadtratssitzung am Montag, 26. Januar, vor. Offen bleibt, wann das Experiment beginnen soll.

"Der Zeitpunkt der Umsetzung dieser Testphase ist mit aktuellen Entwicklungen in der Innenstadt abzustimmen (beispielsweise Sanierung Allee-Tiefgarage, Arbeiten Stadtgalerie)", heißt es im Bericht. Eine andere Lösung haben Bündnis 90/Die Grünen und die Bürgerliste beantragt: die "weiche Separation der Sedan-/Dr.-Pfleger-Straße". Nach Meinung von BL-Fraktionschef Dr. Christian Deglmann wäre hier die Veränderung weniger einschneidend als bei einer "FuZo", würde also auf mehr Akzeptanz stoßen.

Am Issy-les-Moulineaux-Platz wünschen sich die Fraktionen demnach einen verkehrsberuhigten Bereich, ansonsten zwischen C&A und K&L Ruppert eine Tempo-30-Zone. Fußgänger und Kfz-Verkehr sollten gleichberechtigt sein.

Dies hätte jedoch "Verkehrsstockungen" zur Folge, warnt die Verwaltung mit Blick auf "knapp über 10 000 Kraftfahrzeuge täglich". Zu befürchten sei, "dass die Autofahrer die langen Wartezeiten nicht hinnehmen und durch rücksichtsloses Verhalten die Fußgänger gefährden". Zudem würde bloßes Abmontieren der Schilder nicht genügen: Damit Kfz-Führer auf Anhieb die Situation erfassen und das Tempo drosseln, seien teure bauliche Maßnahmen nötig (Absenken der Borde, Begrünung, etc). BL-Fraktionschef Deglmann verweist dagegen auf den verkehrsberuhigten Bereich in der Ringstraße (beim Macerata-Platz). "Dort funktioniert's ja auch." Aber nur deshalb, weil hier ein "ungleich niedrigeres Kfz-Aufkommen herrscht", schreibt die Verwaltung.

Mit geringem Kostenaufwand wäre die provisorische Fußgängerzone einzurichten, heißt es in der Sitzungsunterlage. Die Innenstadtspange könnten auch in diesem Fall Busse, Taxen, Radfahrer und Lieferverkehr nutzen. "Vorteil dabei ist auch, Erkenntnisse zu gewinnen, ob das übrige Stadtstraßennetz die aus der ,Innenstadtspange' hinausverlagerten Verkehre tatsächlich auffangen kann oder nicht."

Gegenüber dem NT schätzte Baudezernent Hansjörg Bohm, dass die einjährige Testphase "vor den Sommerferien" beginnen könnte. Spannend dürfte die grundsätzliche Diskussion über die durchgehende Fußgängerzone im Stadtrat werden: Vor allem bei der CSU, aber auch in Reihen der SPD, gibt es Gegner und Skeptiker. Die Stadtratssitzung beginnt am Montag um 15 Uhr im Neuen Rathaus.
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