Tierheim sucht ein Zuhause

Hundstage im Tierheim in der Schustermooslohe. In absehbarer Zeit sollen auch die Stammgäste umziehen. Aber wohin? Bild: Huber

Das Angebot des Marktes Mantel steht: Im Gewerbegebiet "Luderhäusl" wäre genügend Platz für einen Tierheim-Neubau. Die Stadt Weiden will die Einrichtung aber halten. Und sucht nach Lösungen.

Stadt oder Land? Die Entscheidung sollte längst gefallen sein beim Tierschutzverein Weiden und Umgebung. Nach einem Gespräch im Rathaus mit Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Baudezernent Hansjörg Bohm wartet der Vorstand jetzt doch nochmal ab: Stadt und Verein wollen Alternativen prüfen, die den Verbleib des Tierheims in der Max-Reger-Stadt ermöglichen. Mariele Junak, Vorsitzende des Tierschutzvereins, drängt auf eine "zeitnahe Auskunft". Sprich: Im Herbst will der Verein wissen, wohin die Reise geht. Denn 2016 sollen die Bauarbeiten beginnen. Einstweilen freut sie sich, "dass sich die Stadt so bemüht".

Fest steht: Das bisherige, etwa 50 Jahre alte Gebäude in der Schustermooslohe hat ausgedient. Räume und Zwinger sind "abgewohnt" und beengt, entsprechen teilweise auch nicht mehr den neuesten Vorgaben des Tierschutzgesetzes. "Wir haben beispielsweise keine ausreichenden Quarantäne- und Krankenstationen", erklärt Junak. Umkleiden und Duschen für Mitarbeiter fehlen. Nicht ändern soll sich die Aufnahmekapazität - 20 Hunde, 50 Katzen, 20 Kleintiere -, "sehr wohl aber die Größen". In Mantel könnte sich der Verein gut verwirklichen: 5000 Quadratmeter Grund hat ihm Bürgermeister Stephan Oetzinger für das 1,2-Millionen-Euro-Projekt angeboten. Mariele Junak bat Oetzinger jetzt, dem Verein diese Option noch etwas länger offen zu halten. In der Zwischenzeit, so vereinbarte die Runde im Weidener Rathaus, sollen zwei Varianten für den Verbleib in der Schustermooslohe verfolgt werden:

Neubau an neuem Standort im Stadtgebiet: Die Stadt empfiehlt ein Grundstück, das derzeit brach liegt und groß genug wäre, aber noch keinen Kanalanschluss hat. Wo es sich genau befindet, soll bis auf weiteres geheim bleiben. Junak: "Wir wollen die Bevölkerung dort mit einbinden." Wobei die Wohnbebauung ausreichend entfernt wäre, wie OB Kurt Seggewiß anmerkt.

Neubau am alten Standort: Dafür müsste der Tierschutzverein das unbebaute Nachbargrundstück (auf der Seite Richtung Stadtmitte) miteinbeziehen. Dieses besitzt er zwar, doch der vorgeschriebene Mindestabstand zu den nächsten Wohnhäusern wäre unterschritten. Eine Lösung könnte so aussehen, dass das Nachbargrundstück lediglich für ein Verwaltungsgebäude genutzt wird. Auch dafür bräuchte es aber wohl ein Entgegenkommen der Anlieger. Ein weiterer Nachteil: Wegen des bestehenden Gebäudes würde das Projekt erheblich aufwendiger und teurer, müsste in mehreren Bauabschnitten verwirklicht werden. Die Bauzeit würde laut Junak statt eines Dreivierteljahres wohl etwa zwei Jahre betragen.

Sollten sich beide Möglichkeiten zerschlagen? Für Seggewiß wäre dann der Wegzug des Tierheims "kein Weltuntergang": "Wichtig ist doch, dass es die Tiere gut haben."
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