Truppenübungsplatz Hohenfels: Manöver "Saber Junction 2015" durchgeführt
Die Taliban sind Geschichte

Eng ist es im Innenraum eines Stryker-Panzers. Bis zu elf Soldaten samt Ausrüstung und Bewaffnung sitzen hier zusammen.
Politik
Weiden in der Oberpfalz
17.04.2015
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"Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit." Dieses Zitat aus dem Sprachgebrauch der Nato früherer Jahre kommt wieder zu Ehren. Das zeigt sich beim Manöver "Saber Junction 2015" auf dem Übungsplatz Hohenfels: Beim Bemühen um hohe Einsatzbereitschaft herrscht die Blickrichtung Osten vor.

Ähnliche Übungen wie in Hohenfels laufen derzeit in Rumänien und Litauen. Deutlich geändert haben sich die Ausbildungsszenarien, die in den nächsten zwei Wochen in Hohenfels trainiert werden. Es geht jetzt nicht mehr um die Taliban und das Gefecht mit Aufständischen, sondern die herkömmliche soldatische Grundausbildung mit viel militärischem Großgerät beherrscht die Szene. Bei der Übung kommen neben Hubschraubern auch schwere Panzerfahrzeuge und Pioniergerät zum Einsatz, um Minenfelder zu räumen, Panzersperren zu überwinden und Gefechte mit schweren Waffensystemen zu führen. Zu sehen war einiges davon beim Medientag der US-Armee.

Vor Ort informierten sich auch Generalleutnant Ben Hodges, der Oberbefehlshaber des US-Heeres in Europa, der ungarische Generaloberst Tibor Benkö, der pensionierte US-General Gordon R. Sullivan und Generalmajor Almantas Leika aus Litauen über den Ausbildungsstand. Dreisternegeneral Hogdes merkte an, die Nato bereite keinen Angriffskrieg vor, wie es ihr linke Politiker und Friedensaktivisten zuletzt vorgeworfen hätten. Die Nato bleibe bei der Strategie, die Europa einen Frieden seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gesichert habe. "Das ist eine defensive Ausrichtung", sagte der Drei-Sterne-General. Er glaube auch, dass die US-Armee am Hohenfelser Übungsplatz festhalten werde. "Unsere Soldaten und ihre Angehörigen fühlen sich in dieser Gegend wohl."

Zeichen der Stärke

Auch der Kommandeur der in Vilseck stationierten Strykerbrigade, Oberst John V. Meyer, sieht durch die Großübung und das Zusammenwirken mehrerer Nationen die Geschlossenheit der Nato wachsen: "Unsere Trainingsmöglichkeit bei Saber Junction zeigt die Stärke der Allianz." Denn dies sei nicht nur eine Übung der US-Armee.

Pflüge räumen Minen

Ein demonstriertes Übungssegment der Stryker war das Räumen und Überwinden von Panzer- und Minensperren im Raum der ehemaligen Ortschaft Haidensbuch. Keine leichte Aufgabe, sondern harte, fordernde Knochenarbeit, auch wenn es nur Training ist: Ein vorrückender Zug von Radpanzern des Typs Stryker kommt an eine Straßensperre. Pioniere sitzen ab und erkunden die Sicherung des Hindernisses. Mit einer Bangalor-Stabmine sprengen sie es, um den folgenden Gefechtsfahrzeugen den Weg freizumachen. Mit Minenräumpflügen und -walzen bahnen sie sich eine Trasse durch das Gefechtsfeld, das mit Minen, Panzergräben und Stacheldrahthindernissen gesichert ist.

Angeforderter Artilleriebeschuss und künstlicher Nebel sollen es ihnen ermöglichen, das von den schwarz gekleideten, in Hohenfels heimischen Soldaten der 1./4. Infanterie gesicherte Terrain zu überwinden. Heftiges Maschinengewehrfeuer auf beiden Seiten zeigt die Gefährlichkeit solcher Einsätze. Doch dem Platoon (Zug) der Stryker gelingt es trotzdem, mit schweren Radpanzern eine sichere, mit Pylonen austrassierte Schneise zu schlagen, um die nachrückenden Fahrzeuge gefahrlos durch die Minensperre zu bringen.
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