Uli Grötsch diskutiert mit KAB über Altersarmut
„Einer Bundesrepublik nicht würdig“

Über Werte und soziale Probleme sprach Abgeordneter Uli Grötsch (links) mit der KAB um Präses Armin J. Spießl (Zweiter von rechts). Bild: uz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
17.09.2016
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Die "Entchristlichung" Europas könnte den Verlust christlicher Wertepolitik im Bundestag bedeuten. Diese Befürchtung äußerte jedenfalls Armin J. Spießl, Präses der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), beim Besuch von MdB Uli Grötsch (SPD). Spießl: "Für mich ist das der Grund, warum viele soziale Probleme einfach nicht mehr angepackt werden." Angela Merkel habe beim Wahlkampf betont, dass die Seele Europas die Toleranz sei. "Konrad Adenauer hat noch behauptet, dass die Seele Europas das Christentum ist." Der Pfarrer mahnte gleichzeitig an, die Politik mehr auf die Menschen auszurichten. Ansonsten drohe eine Verrohung der Gesellschaft zulasten der kleinen Leute.

Grötsch wiederum betonte beim Sommergespräch des KAB-Kreisverbands in Maria Waldrast, dass die SPD sehr wohl für die Menschen da sei. Zuvor hatte der Abgeordnete mit den KAB-Mitgliedern die Einführung einer Grundsicherung für Kinder diskutiert, die sich am Existenzminimum für Kinder orientieren müsse und die nur für Kinder und Jugendliche gelten dürfe.

Natürlich stand auch die AfD auf der Agenda. "Für uns ist der Umgang mit der AfD schon aus unserer Geschichte heraus eine ganz spezielle Sache", sagte Grötsch. Ob man sie totschweigen oder sich mit ihr auseinandersetzen solle - darüber gingen bei den Sozialdemokraten die Meinungen auseinander. "Ich bin fürs Auseinandersetzen, weil wir uns massiv unterscheiden", so Grötsch. "Die werden Oppositionspartei sein, und die werden sich aufführen wie die letzten Heuler." Ein Problem sei die aktuelle Entwicklung bei den Automobilzulieferern, meinte die KAB-Führung und verwies auf die vielen Firmen in der Region. Grötsch dagegen zeigte sich zuversichtlich: "Die Unternehmen in der nördlichen Oberpfalz sind Spitze darin, immer ganz vorne in der Bugwelle von Entwicklungen mitzuschwimmen."

Diözesansekretär Markus Nickl geißelte die steigenden Anforderungen in der Arbeitswelt. "Die Arbeitsverdichtung nimmt zu." Schon alleine deshalb könne niemand so lange arbeiten, wie von manchen mittlerweile gefordert. Und dann komme hinzu, dass ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung nach der aktiven Zeit einen Fußtritt kriege und in eine Minimalrente geschickt werde. Sozialer Zündstoff. Grötsch: "Ich beobachte ja selber, wie Rentner die Abfalleimer nach Pfandflaschen durchwühlen." Einer Bundesrepublik Deutschland würdig sei das nicht.
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