Umweltbewusst eigene Nase fassen
Schon kleine Maßnahmen wie Licht ausschalten und öfter mal zu Fuß gehen helfen, Kohlendioxid einzusparen

Vorsitzende Sonja Reichold dankte Thomas Stock für sein filmisches Dokument über die Insektenwelt in der Region. Bild: Kunz

Das Licht ausschalten, Tragetaschen zum Einkaufen mitnehmen, regionale Produkte kaufen und kurze Besorgungen zu Fuß erledigen: Schon kleine Maßnahmen helfen, Kohlendioxid einzusparen.

Anstatt immer nur auf andere zu zeigen, sollte jeder bei sich anfangen, umweltbewusst zu handeln und Kohlendioxid einzusparen. Daran erinnerte die Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Sonja Reichold bei der Jahreshauptversammlung im Schützenhaus.

Zu viel fossile Energie werde verbrannt. Man denke nur an die Megal, die mitteleuropäische Gasleitung in Waidhaus, deren Betreiber erhebliche Mengen von anfallendem Leckage-Gas aus Turbinen bald einfach ungenutzt abfackeln wollten, unterstrich die Vorsitzende.

"Insekten-Grzimek"


Welche wunderbaren Biotope dadurch zerstört werden können, zeigte Thomas Stock, der sich mit seinem Filmdokument über Käfer, Ameisen und Falter in unserer Heimat das Prädikat "Insekten-Grzimek" verdient habe. Was der Organisator der Weidener Jazz-Seminare im Frühling mit seiner Filmkamera eingefangen und fachkundig kommentiert hat, begeisterte die Naturfreunde.

Die ins Stocken geratene Energiewende lasse an einem Erreichen der Klimaziele zweifeln, unterstrich Sonja Reichold. Anstatt erneuerbare Energien zu forcieren, werde immer mehr Braunkohlestrom ins Netz gespeist. "Dafür brauchen wir wieder neue Stromtrassen, die aber auch keiner will." Eine Dauerbaustelle sei der Klimawandel. Auch wenn Mitteleuropa bislang von katastrophalen Veränderungen verschont sei, gebe es immer öfter Hitzerekorde.

Im Mittelpunkt des Berichtszeitraums stand die 40-Jahr-Feier der Bund-Naturschutz-Gruppe mit Professor Dr. Hubert Weiger. Angesprochen worden seien damals Siege und Niederlagen. Auf der Habenseite stehe die Pflege der 25 Hektar eigener und neun Hektar Pachtfläche, wo vielen bedrohten Pflanzen- und Tierarten Rückzugs- und Überlebensareale gesichert würden.

Misserfolge: "In erster Linie gegen die Straßenlobby und den immer weiter fortschreitenden Flächenfraß." Die Kreisgruppe sei 2015 an 28 Verfahren zur Bauleitplanung beteiligt gewesen. Hier sei fast überall der ständig steigende Flächenverbrauch das größte Übel gewesen. Entgegen den Vorgaben der Bundesregierung und der bayerischen Staatsregierung werde die wertvolle Ressource Boden "bei uns auf dem Land" für billiges Geld ohne Rücksicht auf Verluste verramscht.

Dies zeigten immer wieder neue Baugebiete, bei denen manche Kommunen mit riesigen Baugrundstücken zu niedrigen Preisen neue Einwohner anlocken wollten. Nach dem Motto "Wer will, der kriegt" richteten sich die Markt-, Gemeinde- und Stadträte nach den Wünschen der Bürger, anstatt selbst zu bestimmen. Aber auch Gewerbegebiete schössen noch immer trotz eines Überangebots an schon erschlossenen, aber leerstehenden Flächen im Landkreis wie Pilze aus dem Boden.

Wo ist der Kuckuck?


Die Folge sei ein Rückgang der Artenvielfalt. "Wer hat den in diesem Jahr schon einen Kuckuck gehört?" Ein Lichtblick sei die Biodiversitätsgemeinde Tännesberg, wo Gemeinde, Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, die Wildlandstiftung und der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald viele Grundstücke pflegten und versuchten, wieder mehr Natur in Dorf und Landschaft zu bringen. Die Mitgliederzahl sei um 12 auf 1586 zurückgegangen.
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