"Unpartei" nicht dämonisieren
CSU-Kreischef mit Klarstellungen zur AfD

Weichen für die kommende Wahl des Bundestagskandidaten stellte bereits die CSU Weiden-Ost um Chef Hans Forster (sitzend, Dritter von links). Der Ortsverband nominierte seine Delegierten. Bild: Kunz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
02.04.2016
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Keinesfalls wolle er zu Gesprächen mit der AfD aufrufen. Das machte CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer nochmals beim Ortsverband Weiden-Ost deutlich. Er sprach von einer "Unpartei". Und trotzdem hält er es für falsch, dass führende deutsche Politiker die AfD "dämonisieren".

Deshalb habe er den Dialog gefordert, die diskutable Auseinandersetzung mit der Rechtsgruppierung. Andernfalls unterstütze man diese "Unpartei" nur. Die drei Landtagswahlen hätten gezeigt, dass man mit einem "Schmutzigreden" der AfD nicht weiterkomme. Deren stereotype und inhaltsleere Salven könnten nur dann als "rechtspopulistisch, rechtsradikal und nazimäßig" entlarvt werden, wenn man sich auf echte Diskussionen mit ihr einlasse.

Ignorieren bringt nichts


Die AfD "kurz und klein zu schießen" und den Rest der Arbeit auf der Straße durch Linksradikale erledigen zu lassen, habe offenkundig nicht das gewünschte Ziel erreicht, sagte Gollwitzer. "Meine Aussagen, bezogen auf die Landes- und Bundespolitik, haben sich auf dieses soeben beschriebene Muster bezogen. Durch Ignorieren war die AfD sehr schnell bei acht Prozent in den Umfragen." Dann der nächste Schritt: "Die Partei wurde schlechtgeredet und erlangte dadurch bei den Umfragen bis zwölf Prozent." Gollwitzer sei zum selben Schluss wie die Bundeskanzlerin gekommen - laut "Welt": "Kanzlerin Merkel fordert eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD". Dialog bedeute doch nichts anderes als Zwiesprache oder kritische Auseinandersetzung, "in diesem Fall mit dem politischen Gegner". Der CSU-Kreisvorsitzende betonte zudem: "Durch die massive Zuwanderung, auch in unsere Sozialsysteme, entstehen Ängste, und es muss die Bevölkerung mitgenommen werden."

Im zweiten Teil seiner Rede formulierte Gollwitzer im Postkellersaal die Zukunft der Unternehmenskultur. Gollwitzer: "Daten sind die neue Währung." Die Weidener Betriebe seien da ganz gut aufgestellt. In dieselbe Kerbe schlug CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. "Wir sind ganz vorn mit dabei." Er erwähnte das neugeplante E-House auf dem Campus der Hochschule. Der Internethandel habe alles verändert. "Entweder man ist dabei, oder man verliert."

Lob für Forster


Ausdrücklich würdigte Pausch die "unnachahmliche, gute Arbeit" von Ortsvorsitzendem Hans Forster. "Bestes Beispiel: Der Edeka-Markt im Weidener Osten wäre ohne das von Forster vermittelte Gespräch mit den Investoren ein protziger Gebäudekomplex zulasten der Bürger geworden. Mit Hochdruck werde die Parkplatzlösung vorangetrieben. Gegenüber des Schützenhauses entstünden in Kürze auf einem ehemaligen Blumenfeld 200 neue Plätze. Ein weiteres Thema: die Max-Reger-Halle. Deren Verluste hätten sich gemindert.

Weil der Ortsverein 110 Mitglieder hat, wählte die Versammlung elf Delegierte für die Wahl des Bundestagsabgeordneten: Hans Forster, Alois Lukas senior, Heiner Vierling, Petra Walther, Günther Hirmer, Dirk Walther, Gerhard Baumer, Klaus Fischer, Alois Lukas junior, Alfred Schlehuber und Werner Weitensteiner.
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