Verfassungsschutz warnt vor Islamisten
Salafisten werben um Flüchtlinge

Auch in Regensburg wollen Salafisten weiterhin den Koran verteilen. (Foto: dpa)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
21.04.2016
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Schwandorf/Weiden. Die Salafisten in der Oberpfalz beschäftigen weiter die bayerischen Sicherheitsbehörden. Noch immer dienen Moscheen der salafistisch geprägten Islamischen Zentren in der Region Predigern als Plattformen, um ihr radikales Gedankengut und ihre pseudoreligiöse Ideologie zu verbreiten. Im Verfassungsschutzbericht 2015 werden wie im Jahr zuvor die Islamischen Zentren in Weiden, in Schwandorf und in Regensburg in einem Atemzug genannt.

An diesem Freitag will der Berliner Ahmad Abul Baraa, ein Wortführer in der salafistischen Szene in Deutschland, erneut in der Schwandorfer As-Salam-Moschee predigen. Dort macht er regelmäßig auf seinem Weg nach München Station.

Von der Schwandorfer Moschee aus wurden zuletzt auch Versuche gestartet, Flüchtlinge zu missionieren. Ein aus Marokko stammendes Mitglied der Gemeinde bot sich nach Informationen unserer Zeitung zu Beginn des Jahres Flüchtlingen als Kontaktmann an. Zudem versuchte er mit billigen Lebensmitteln deren Vertrauen zu gewinnen, erzählte eine Schwandorfer Flüchtlingshelferin unserer Zeitung. Die Flüchtlinge hätten gesagt, vor solchen Leuten seien sie geflohen. Sie wollten nichts mit den Salafisten zu tun haben. Schließlich wurde ein Hausverbot gegen den Schwandorfer ausgesprochen. Seit Februar warnt auch der bayerische Verfassungsschutz mit einem Faltblatt vor islamistischen Anwerbeversuchen und einer Radikalisierung durch Islamisten. Neben Schwandorf habe es Anwerbeversuche in weiteren bayerischen Orten gegeben.

Die Anwerbeaktionen der Salafisten auf den Straßen in der Oberpfalz laufen weiter. Auf Facebook verkünden die Werber vom Islam-Info-Stand Regensburg/Schwandorf/Amberg, auch in diesem Jahr regelmäßig in Regensburg Koran-Exemplare verteilen zu wollen. Der Verfassungsschutz warnt, dass diese Stände auch zur überregionalen Kontaktvermittlung dienten. Diese könne Radikalisierungsprozesse verstärken. Wohin dies führt, zeigte sich im Sommer 2014, als der aus dem Kreis Neustadt/WN stammende Mehmet C. in Syrien getötet wurde (wir berichteten). Er kämpfte für dieselbe Terrorgruppe wie Ex-Rapper Denis Cuspert. Mehmet C. war nicht der einzige Oberpfälzer, der ausgereist war.
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