Verwaltungsgericht Bayreuth untersagt Ausweisung - Marokkaner Ansprechpartner für Salafisten ...
Ex-Imam von Schwandorf darf bleiben

Auch in der Oberpfalz werben Salafisten für ihre Ideologie. Der Versuch einen ehemaligen Imam der As-Salam-Mosch in Schwandorf auszuweisen misslang. (Foto: dpa)
Der umstrittene ehemalige Imam der As-Salam-Moschee in Schwandorf darf bei seinen zwei minderjährigen Kindern und seiner deutschen Frau bleiben. Das Verwaltungsgericht Bayreuth untersagte am Mittwoch die Abschiebung des 29-jährigen Marokkaners in dessen Heimatland. Zudem verurteilte es den Freistaat Bayern, dessen Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Damit bestätigte das Verwaltungsgericht seine Entscheidung im Eilverfahren vom 20. Mai 2014. Nach Ansicht der Kammer stellt der Marokkaner "keine Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung" der Bundesrepublik dar.

Bayern hatte ihm in vorgeworfen, salafistisches Gedankengut zu verbreiten, Spenden für den Dschihad zu sammeln sowie Kontakt zu nach Syrien ausgereisten Dschihadisten aus Weiden gepflegt zu haben. Der 29-Jährige widersprach dem Vorwurf in der mündlichen Verhandlung am Mittwoch. Er betonte, er habe sich immer dagegen ausgesprochen, nach Syrien in den Kampf zu ziehen. Der Ex-Imam wies darauf hin, dass keiner ihm gegenüber seinen Ausreisewillen bekundet habe, weil die Betreffenden gewusst hätten, dass er dies ablehnt. Er habe erst lange nach deren Ausreise davon erfahren. Das gelte auch für den Tod von Mehmet C. aus dem Kreis Neustadt/WN in Syrien (wir berichteten).

Der 29-jährige Marokkaner war von Anfang 2014 bis Dezember 2014 Imam in Schwandorf. Zuvor arbeitete er jahrelang in gleicher Funktion in der Taqwa-Moschee in Bayreuth. In dieser Zeit betreute er auch Gläubige aus Weiden. Sie habe er bei der Gründung ihres Moschee-Vereins, des Islamischen Zentrums Weiden, beraten. Bis heute werde er von einzelnen Mitgliedern angerufen und um Rat gefragt, sagte er. Allerdings arbeite er nicht mehr als Imam.
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