Vize-Chefin voller Energie
Edeltraud Glänzer schwört IG BCE auf ein engagiertes Jahr 2016 ein

Das Geschenk hatte sie sich verdient: IG-BCE-Bezirkschef Hartmuth Baumann dankte der stellvertretenden Bundesvorsitzenden, Edeltraud Glänzer, nach ihrer energiegeladenen Rede. Bild: Otto
Politik
Weiden in der Oberpfalz
24.01.2016
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Hoher Besuch beim Neujahrsempfang der IG Bergbau, Chemie, Energie. Ans Rednerpult tritt die stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft: Edeltraud Glänzer schwört die Mitglieder des Bezirks Nordostbayern mit einer energischen Rede auf ein engagiertes Jahr 2016 ein.

Wie auch 2015 werde man viel Kraft brauchen, um die Ziele zu erreichen: gute Arbeit durch mehr Mitbestimmung, soziale Gerechtigkeit, eine offene, tolerante Gesellschaft. Gleichwohl zeigte sich Glänzer beim Jahresempfang am Freitagabend in der Max-Reger-Halle zuversichtlich. Denn: "Wir sind eine starke Gewerkschaft, mit einer 125-jährigen Tradition - zugleich modern und aufgeschlossen."

Die Arbeitgeber neigten immer öfter dazu neigen, in eine "starre Verweigerungshaltung" zu verfallen. Deswegen bräuchten sie bisweilen "einen ordentlichen Stupser". Ein Dauerthema sei die Energiepolitik. "Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir stehen zur Energiewende. Aber sie muss mit Sinn und Verstand vollzogen werden, mit einem ausbalancierten Gesamtkonzept."

Breitseiten gegen AfD


Auch auf die Flüchtlingskrise ging Glänzer ein. Die Geschehnisse in der Silvesternacht hätten viele Bürger verunsichert. "Wir sagen: Schutz für Opfer, Strafe für Täter. Wir lassen die Frauen nicht allein, die Opfer erschreckender Gewalt geworden sind. Und wir lassen ebenfalls jene unschuldigen Flüchtlinge nicht allein, die jetzt in Kollektivhaftung genommen werden." Klare Kante zeigte die Gewerkschafterin gegenüber der AfD. "Wir brauchen keine Partei, die gegen den Euro ist, die den Pegida-Protest in die Parlamente tragen will und bürgerliches Gehabe mit fremdenfeindlichen Ressentiments verknüpft." Aber auch Extremisten unter den Muslimen seien nicht tolerierbar.

Positiv wertete die den Mindestlohn. Der "hat für viele ein Mehr im Portemonnaie gebracht, ohne dass die deutsche Wirtschaft - wie von manchen prophezeit - zusammengebrochen ist". Die Rente mit 63 habe eine Reihe von Beschäftigten spürbar entlastet. Einen kritischen Blick warf Glänzer auf Leiharbeit und Werksverträge. "Die Debatte um Korrekturen wird uns im Frühjahr noch intensiv beschäftigen." Zudem betonte Glänzer die Bedeutung der Gewerkschaften und Betriebsräte. "Sie leisten einen entscheidenden Beitrag, dass es in den Betrieben gerecht zugeht." Weite Teile der Politik würden dies anerkennen. Aber: "Wir brauchen endlich eine umfassende Reform des Betriebsverfassungsgesetzes." Skandalös sei, wie Unternehmen immer noch mit legalen und halblegalen Mitteln die Gründung von Betriebsräten erschweren und blockieren.

Wir stehen zur Energiewende. Aber sie muss mit Sinn und Verstand vollzogen werden, mit einem ausbalancierten Gesamtkonzept.Edeltraud Glänzer

Die Beschäftigten müssten bei den Steuern und Sozialleistungen entlastet werden. "Es kann doch nicht angehen, dass die Erhöhungen in der Krankenversicherung von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern komplett allein bezahlt werden." Hinsichtlich einer schlüssigen Alterssicherung habe man mit dem DGB das Thema für 2016/2017 ganz oben auf die Agenda gesetzt. "Es geht darum, das weitere Absinken des Rentenniveaus zu verhindern."

Eine zentrale Aufgabe der IG BCE bleibe, die Mitgliedsentwicklung auf einem hohen Niveau zu halten. Man brauche neue Initiativen und Ideen, aber auch die Übernahme von Verantwortung durch Haupt- und Ehrenamtliche.
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