Waldlbeißer macht Platz
Walter Leupold verlässt den Stadtrat

Ich war immer der Meinung, dass man bestimmte Dinge pointiert ansprechen muss.
Politik
Weiden in der Oberpfalz
22.12.2015
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Das neue Haus in Schwandorf ist seit einem Jahr bezogen. Nur dort will Landgerichtspräsident Walter Leupold wohnen und leben. Deshalb gibt er seinen Zweitwohnsitz in den Naabwiesen und damit sein Mandat im Stadtrat auf.

Obwohl erst 64 Jahre alt, zählt Walter Leupold zum "Urgestein" im Weidener Stadtrat, dem er seit 1978 angehört. Bereits als JU-Kreisvorsitzender erwarb er sich den Ruf als "Wadlbeißer", den er auch in späteren Jahren gerne pflegte. "Ich war immer der Meinung, dass man bestimmte Dinge pointiert ansprechen muss", betont er im Rückblick. Als kreativer Kopf und Ideengeber schrieb er "wohl ein Dutzend" Wahlkampfprogramme der Weidener CSU, die er 14 Jahre lang, bis 2001, als Kreisvorsitzender führte. Die Partei holte ihren Ehrenkreisvorsitzenden bereits 2002 aus seinem politischen Vorruhestand zurück und wählte ihn zum Fraktionschef: Sein juristischer Sachverstand war gefordert, als der damalige Oberbürgermeister Hans Schröpf durch die Erkenntnisse des Kommunalen Prüfungsverbandes immer mehr in Bedrängnis geriet. Leupold ging deutlich auf Distanz und forderte die konsequente Aufarbeitung der "Spenden-Affäre".

Schmerzhafte Niederlagen


Dies brachte ihm aber nicht das ungeteilte Wohlwollen der CSU ein. Im Jahr 2007 unterlag er Lothar Höher, der für einen "sanfteren Kurs" stand, im Kampf um die Nominierung als OB-Kandidat. Übrigens nicht die erste schmerzhafte Niederlage um ein politischen Amt: Bereits 1999 konnte sich Leupold bei der Nominierung zum Landtagskandidaten nicht gegen Georg Stahl durchsetzen.

Dennoch tragen viele wichtige Projekte in der Region seine Handschrift. Sein Weitblick, sein analytischer Verstand und seine feine Klinge, die manchmal auch zu schweren Hieben fähig war, prägten viele Diskussionen im Stadtrat. Mit Allianzen - bei Bedarf gerne auch über die Parteigrenzen hinweg - war er maßgeblich an der Neustrukturierung der Sparkassen und der Krankenhäuser in der Nordoberpfalz beteiligt. "Ich habe versucht, im Stadtrat etwas für die Stadt und die Bürger zu bewegen. Das wird mir dann sicher fehlen."

Er habe die CSU-Fraktion und OB Kurt Seggewiß über seinen geplanten Rückzug aus dem Stadtrat informiert, bestätigt Leupold. Sein privater Lebensmittelpunkt liege definitiv in Schwandorf. Seine Wohnung in den Naabwiesen werde er anders nutzen. Er löse seinen Zweitwohnsitz in Weiden auf, weshalb er auch auf das Stadtratsmandat verzichten müsse. "Eine Scheinadresse wird es bei mir nicht geben."

"Verlängert" hat Leupold hingegen mit seinem Dienstherrn. Er wird bis zu seinem 67. Geburtstag Präsident des Landgerichts Weiden bleiben.
Ich war immer der Meinung, dass man bestimmte Dinge pointiert ansprechen muss.Stadtrat Walter Leupold
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