Wasserwerk-Neubau wird konkreter
„Unser Wasser ist das wert“

Ein Bild, das in ein paar Jahren wohl nicht mehr möglich ist: Die Stadtwerke um Chef Johann Riedl (Siebter von links) und Wassermeister Norbert Weiß (Fünfter von rechts) planen den Neubau des Wasserwerks. Zuvor bekamen sie Besuch von der CSU. Dabei ging es auch um den möglichen Umzug der Stadtwerke-Werkstätten, die nach einem Abriss des alten Baus (im Hintergrund) entstehen könnten. Bild: Götz
Politik
Weiden in der Oberpfalz
30.01.2016
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Die ersten Bäume sind gefällt. Bald wird sich auch der Bauausschuss mit dem Thema befassen. Kurz: der Neubau des Wasserwerks wird konkreter - und teurer als zunächst gedacht. Gleichzeitig könnte er Folgen in einem ganz anderen Teil der Stadt haben.

Es wäre wohl auch irgendwie ein, zwei Nummern kleiner gegangen. Drei Varianten hatten sie im Verwaltungsrat der Stadtwerke auf dem Tisch liegen, als es um die Zukunft des arg in die Jahre gekommenen Wasserwerks ging, berichtet Hans Sperrer, der auch für die CSU im Stadtrat sitzt. Am Ende entschieden sie sich einstimmig für die teuerste: Neubau. Fünf Millionen Euro machen die Stadtwerke flüssig dafür. "Unser Trinkwasser war uns das wert", sagt Sperrer.

Am Donnerstag, 4. Februar, wird sich auch der Bauausschuss mit dem Vorhaben befassen. Die Änderung des Bebauungsplans steht auf der Tagesordnung. Zuvor jedoch sah sich die Fraktion der Christsozialen vor Ort um. Vorsitzender Wolfgang Pausch betonte dabei, dass die Stadtwerke auch so schon viel in den Bereich Wasserversorgung steckten. Allein im laufenden Jahr 3,5 Millionen Euro.

"Baulich am Ende"


Auch in das Wasserwerk - gelegen an der Alten Neustädter Straße im Gewerbegebiet Nord - war in den vielen Jahren seit der Errichtung 1934/35 immer wieder investiert worden. Nun aber "ist es baulich am Ende", wie Stadtwerke-Chef Johann Riedl sagt. Der Neubau soll, zusätzlich zu einer Photovoltaik-Anlage zur Stromversorgung, auf dem Gelände neben dem alten Werk entstehen. Dass der Verwaltungsrat damit gleich den großen Wurf gewagt habe, sei aus mehreren Gründen von Vorteil. Nicht nur, weil die neue Lösung ja 50 bis 100 Jahre vorhalten solle. Sondern auch im Sinne der Nachhaltigkeit.

Denn im Zuge des Neubaus entstehen auch riesige unterirdische Wasserbehälter. Diese erlauben es den Stadtwerken, künftig 24 Stunden lang Wasser aus den Tiefbrunnen abzupumpen. Bislang muss dieselbe Menge in 12 Stunden gefördert werden. Für die 12 Brunnen im Mooslohgebiet, die bis zu 250 Meter in die Tiefe reichen, ist das wenig schonend. Ohne eine sanftere Form der Bewirtschaftung "müssten wir irgendwann zur Steinwald-Gruppe gehen", sagt Riedl. Ein weiterer Vorteil sei, dass das Wasser künftig weicher werde. "Die Waschmaschinen werden sich freuen."

Das alles hat allerdings auch seinen Preis. Ursprünglich waren die Stadtwerke von vier Millionen Euro Neubaukosten ausgegangen. Dass sie nun mit mehr kalkulieren, begründet Riedl unter anderem damit, dass die Wasserbehälter nun größer geplant sind und mehr als gedacht unterirdisch verbaut wird. Allerdings könne sich der Preis bei der Ausschreibung noch verändern. Diese ist für Sommer vorgesehen. Die Arbeiten sollen ebenfalls noch heuer starten. Läuft alles glatt, wären sie 2018 beendet.

Werkstatt wechsel dich


Zu Ende wären alle Neuerungen vor Ort damit womöglich aber noch nicht. So gibt es bereits Überlegungen, was einmal an der Stelle des jetzigen Wasserwerks entstehen könnte. Nämlich ein Neubau der Stadtwerke-Werkstätten samt Lager und Verwaltungsgebäude. Bislang sind die Werkstätten in der Gaswerkstraße untergebracht. Auch sie sind laut Riedl baulich in die Jahre gekommen. Außerdem sei ihm bewusst, dass der Lärm für die Anwohner nicht angenehm sei.

Sollten die Werkstätten einmal tatsächlich umziehen, wäre deren altes Areal womöglich "zur Verwertung frei" - sprich: zum Verkauf. Das könnte durchaus interessant werden, wenn bis dahin ein anderes Großprojekt Gestalt angenommen hat: der Wittgarten-Durchstich. Damit wäre das Areal mit einem Mal nur ein paar Schritte von der Innenstadt entfernt.
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