Weiden: 2020 neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Nordoberpfalz rückt an die Spitze

Bisher ist die psychiatrische Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Weiden nur tagsüber möglich. Spätestens ab 2020 soll es auch Klinikbetten geben. Über die aktuellen Aufgaben informierte sich die CSU-Bezirkstagsfraktion mit Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) bei Dr. Stephanie Kandsperger (Zweite von links), Leitende Oberärztin in Regensburg, und Hans Kiefl (Dritter von rechts), Oberärztlicher Leiter in Weiden. Den aktuellen Planungsstand erläuterte Kurt Häupl (Dritter von links), Vorstand der

Wenn alles gut geht, wird die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Anfang 2020 eröffnet. Die Oberpfalz avanciert damit vom Sorgenkind zum Musterschüler. "Wir haben dann die meisten Plätze für die kinderpsychiatrische Versorgung in ganz Bayern", sagt Kurt Häupl.

Weiden. (ps) Der Vorstand der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (Medbo) informierte am Montag die CSU-Bezirkstagsfraktion bei ihrem Besuch in Weiden über den aktuellen Planungsstand. "Wir gehen davon aus, dass wir von der Kliniken Nordoberpfalz AG Flächen kaufen können, um die enge Kooperation mit der Kinderklinik Weiden zu erhalten", sagte Häupl. Die Grundstücksverhandlungen laufen derzeit. Dennoch werde die Planungsphase sich wohl bis Ende 2017 hinziehen. Anfang 2018 könnte dann der Baustart erfolgen.

"Wir wissen, dass wir noch wesentlich mehr Fälle zu behandeln hätten, als wie derzeit aufnehmen können", schilderte Bezirkstagspräsident Franz Löffler die aktuelle Krux. Deshalb werde derzeit auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Regensburg um 12 Plätze erweitert. Für die neue Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden habe der Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats inzwischen alle gewünschten 32 Betten genehmigt. Acht davon sind für suchtkranke Jugendliche vorgesehen. Die bestehende Tagesklinik soll zudem um 6 Plätze erweitert werden. Neu war folgende Auskunft von Löffler: "Ein Unterausschuss berät in diesen Tagen, ob zusätzlich eine Eltern-Kind-Station eingerichtet werden kann." Ebenfalls bewilligt ist die in Weiden geplante Tagesklinik für psychisch kranke Erwachsene mit 15 Plätzen.

"Wir bringen die Medizin zu den Menschen", begründete der Bezirkstagspräsident die Entscheidung, einen zweiten Standort für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der nördlichen Oberpfalz zu schaffen. Ein Votum, das im Bezirkstag einmütig gefallen ist, wie Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher hervorhob. "Dass wir künftig neben der Tagesklinik und der Institutsambulanz auch noch eine stationäre Einrichtung für Kinder und Jugendliche erhalten, unterstreicht die Bedeutung der Außenstelle Weiden als wichtiges Versorgungszentrum für die Nordoberpfalz", freute sich Dr. Stephanie Kandsperger, Leitende Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Regensburg. Gemeinsam mit den Weidener Oberärzten Hans Kiefl, Dr. Hildegard Schwendner-Berlin und Stationsleiter Peter Jedlicka führte sie die CSU-Bezirksräte durch die Einrichtung in der Sebastianstraße und erläuterte die verschiedenen Aufgabenfelder. Die enge Einbindung der Eltern, teilweise sogar Großeltern, liegt den Ärzten dabei sehr am Herzen. Ein Beispiel dafür schilderte der Leiter der Weidener Einrichtung, Hans Kiefl: "Wenn die Oma der Schwiegertochter den Vorwurf macht, du hast das Kind falsch erzogen. Was gar nicht stimmt."

Schulstress und Traumata

Druck durch die Schule spiele bei den ratsuchenden Kindern und Jugendlichen eine große Rolle, berichtete Dr. Hildegard Schwendner-Berlin. Laut Dr. Kandsperger benötigen zudem immer mehr unbegleitete minderjährige Flüchtlinge psychiatrische Hilfe.
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