Weiden: Fehlende Organisationsstruktur beim Netzwerk Asyl
Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Als wäre ein Wettbewerb um Ideen ausgerufen worden, wie man den Flüchtlingen in Weiden am besten helfen kann. Das Engagement der Teilnehmer des zweiten Treffens des Netzwerkes Asyl war schon mehr als beeindruckend. Eine richtige Organisationsstruktur ist dabei entstanden.

Weiden. (sbü) Die Veranstalter des Abends konnten mehr als zufrieden sein. Zum zweiten Treffen waren noch mehr Menschen gekommen als zur ersten Zusammenkunft im Januar. Und die gut 100 Teilnehmer, die sich im Pfarrgemeindehaus St. Josef versammelt hatten, wollen sich alle für Flüchtlinge engagieren. Veit Wagner und seine Mitorganisatoren im Netzwerk Asyl mussten deshalb vor allem die zahlreichen Hilfsangebote bündeln und organisieren.

Zunächst berichteten die bereits gebildeten sechs Arbeitsgruppen über ihre bisherige Arbeit. Da war zum Beispiel die Gruppe um Koordinator Manfred Weiß, die sich um Patenschaften für Flüchtlinge oder auch für ganze Flüchtlingsfamilien bemüht. "Erste Hilfen in Einzelfällen und individuelle Kontakte zu Flüchtlingen sind schon entstanden", berichtete Weiß. 14 Personen seien in seiner Arbeitsgruppe schon aktiv.

Hilfe beim Umzug

Auch alle anderen Arbeitsgruppen verwiesen auf erste Aktivitäten. So wurde unter anderem eine Fahrt in den Nürnberger Tierpark organisiert oder für eine Flüchtlingsfamilie der Umzug organisiert. Sogar ein fünftägiger Hotel-Aufenthalt im Urlaubsgebiet Lam wurde einer Flüchtlingsfamilie ermöglicht und es gab einen Kinderfasching für Flüchtlingskinder.

Veit Wagner freute sich über viele Hilfsangebote, die dem Netzwerk vorgelegt wurden: Lauftraining bei der DJK Weiden, Hauswirtschaftseinweisung in den Unterkunftsküchen, Kochkurse, Gesprächsangebote für traumatisierte Flüchtlinge, eine eintägige Ferienaktion des Yachtclubs Weiden für circa 20 Kinder und mehr. Spontan gab es weitere Angebote wie zum Beispiel Tanzunterricht durch die "Bounce-Dance-Society Weiden" oder auch "Dolmetschen in serbischer Sprache".

Versammlungsleiter Wagner bat, Sachspenden im Werkhof der Diakonie abzugeben, die dann mit Rabatt an Flüchtlinge weitergegeben würden. Pfarrer Pauckstadt-Künkler erläuterte das Transportangebot des Netzwerkes in Form eines bereitstehenden Kleintransportfahrzeugs. Damit keine Enttäuschung aufkommt, "wenn das eine oder andere gut gemeinte Hilfsangebot keine Abnehmer findet", erläuterte Jost Hess vom Arbeitskreis Asyl ausführlich die psychische Situation von Flüchtlingen. "Sie sind oftmals traumatisiert und wissen nicht wie ihr Leben weiter gehen soll", sagte Hess. Für die Betroffenen stünden existenzielle Fragen im Vordergrund. Hess stellte in diesem Zusammenhang auch alle Unsicherheiten und Probleme der oft jahrelang dauernden Asylverfahren dar.

Nadine Röckl-Wolfrum von der Diakonie Weiden betonte, dass vor allem Hilfs- und Freizeitangebote für die zahlreichen jungen Männer unter den Flüchtlingen erforderlich seien. Als Kommunikationsplattform hat das Netzwerk die Internetseite www.netzwerk-weiden.xobor.de eingerichtet. Wer sich dort registriert, kann Angebote einstellen und Hilfsbedarf melden. Außerdem informieren dort die einzelnen Gruppen über ihre Arbeit. Jeder, der sich künftig im Netzwerk engagieren wolle, sollte sich dort einbringen.

Mit einem lyrischen Text über Flüchtlingsschicksale rundete Wolfgang Göldner als Mitinitiator des Netzwerkes den Abend thematisch ab.
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