Weidener Finanzamtchef im Ministerium neu besetzt: Hubertus König löst Leopold Seibold ab
Finanzamt: Abschied und Anfang

Mehr als ein Jahr lang dauerte es, bis das Ministerium die Stelle des Finanzamtschefs wieder besetzte. Jetzt zieht ein "König aus Franken" im oberpfälzischen Weiden ein. Dem scheidenden Leopold Seibold gilt höchste Anerkennung.

Weiden. (cf) "Ein Land ohne funktionierende Finanzverwaltung geht den Bach runter." Seibold stellte einen Wandel der öffentlichen Meinung über die Finanzämter fest - und rückte den Dienstleistungsgedanken in den Vordergrund. "Unsere Akzeptanz ist enorm gestiegen." Der aus dem inzwischen aufgegebenen Weiler Leopoldsreuth im Bayerischen Wald stammende Leopold Seibold hatte das Finanzamt Weiden seit 2008 geführt. Die harte Kindheit habe die spätere Leidensfähigkeit in der Finanzverwaltung vorbereitet, witzelte Festredner Albert Füracker.

Der Staatssekretär aus dem Finanzministerium würdigte Seibold als bodenständige, wertvolle Stütze, "der geradlinig und zielstrebig nie mit seiner Meinung hinterm Berg gehalten hat". Der Politiker betonte besonders die hochqualifizierte Rolle der Weidener Steuerverwaltung als Ausbildungsfinanzamt: Auf die derzeit 170 Mitarbeiter kommen 50 Anwärter. Ausbildungsleiterin ist Maria Bertelshofer. Füracker wünschte den Weidenern "möglichst viele Steuereinnahmen bei gleichzeitig möglichst hoher Steuergerechtigkeit".

Der gebürtige Coburger Hubertus König (60) ist seit 5. Juni der Nachfolger von Seibold. "Sie sind der Richtige für das Finanzamt Weiden", meinte Füracker. König galten die besten Willkommenswünsche von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Vize-Landrat Albert Nickl. Zuvor würdigten sie Seibold als "anerkannte Persönlichkeit in der Region" und als "Mann der klaren Worte". Seggewiß, der privat mit Seibold Tennis spielt, vergisst ihm den vertrauensvollen Part bei der ATU-Sanierung nicht.

Weil sich die Steuer-Gesetzgebung weiter wandle, prognostizierte Steuerberater Manfred F. Klar humorvoll allen Beteiligten eine "berufliche Zukunft". Der Finanzamts-Beauftragte der Steuerberater-Kammer sprach die Realisierbarkeit der vom Gesetzgeber geforderten Digitalisierung und den Datenschutz an. Klar setzt auf die "offene Kommunikation" als zentralen Schlüssel in der sachlichen Auseinandersetzung zwischen Steuerberatern und Finanzverwaltung.

Deutliche Worte fand Personalratsvorsitzender Konrad Adam: Die Arbeitsbelastung nimmt zu; bei vielen zusätzlichen Eingaben bringt der Computer keinerlei Entlastung; die reinen Bildschirmarbeitsplätze erfordern aktives Gesundheitsmanagement; in Weiden fehlen mindestens 16 Finanzbeamte. Adam weiß von mehr als einhundert Versetzungsgesuchen aus dem mittleren und gehobenen Dienst nach Weiden.

Als Interims-Leiterin hatte Regierungsdirektorin Claudia Eck seit Mai 2014 die Leitung inne; dafür erhielt sie von allen Seiten Lob. Der neue Chef Hubertus König unterstrich den sehr guten Ruf seiner Weidener Kollegen in der bayerischen Finanzverwaltung. Christian Enders (Regensburg) sorgte am Flügel mit Stücken von Brahms, Schubert und Chopin für musikalisches Hörvergnügen.
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