Windpark bei Matzlesrieth: Stadt entscheidet ohne Bürger
Sieben lange Jahre

Sie haben damals nichts geahnt. Über ihre Köpfe hinweg wollte die Stadt Weiden über den Windpark bei Matzlesrieth entscheiden. Anfang Juni 2008 folgte das Erwachen, als das Projekt von Denker & Wulf im Umweltausschuss auftauchte. Die Bürger in Weiden-Ost organisierten sich noch im Juni 2008 in der BI gegen den Windpark bei Matzlesrieth.

Sprecher war von Anfang an Hans Balk. Er erinnerte bei der Auflösungsversammlung im Feuerwehrhaus Muglhof an die Tief- und Höhepunkte der sieben ereignisreichen Jahre. Von Anfang an glaubte die BI "an die harten Fakten des Artenschutzes", die letzten Endes - von luftrechtlichen Einsprüchen der Wehrbereichsverwaltung unterstützt - zum Erfolg verhalfen. Die Mehrheit der Stadträte habe mehrere "Rollen rückwärts" vollzogen, um "den politisch gewollten Windpark" noch möglich zu machen.

Trotz des Erfolges bleiben bei der BI bittere Erfahrungen, etwa die Vorwürfe, sie würde Angst und Schrecken vor den Windrädern schüren. Enttäuschung bleibt auch darüber, dass die Windkraftgegner mit Teilwahrheiten abgefertigt wurden. So habe, wie man erst in der Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht erfuhr, die Firma Denker & Wulf schon im Oktober 2007 bei der Stadt Weiden eine Bauanfrage gestellt. "Die offizielle Aussage aus dem Weidener Rathaus war immer, dass seit März 2008 das Projekt bekannt war."

Balk dankte der Stadtverwaltung, der Oberpfalzregierung sowie dem Innenministerium, die aufmerksam die Entwicklungen verfolgten. Ohne die Hilfe der Bürger und des Landesbundes für Vogelschutz, besonders von Ornithologen Dr. Gerald Henkel, sei es nicht möglich gewesen, das Vorkommen des Schwarzstorches nachzuweisen. (wd)
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