Wolfgang Schmidt verlässt 2016 Standort Weidener Ostmarkkaserne
Kommandeur wechselt

Besuch bei der Bundeswehr: (von links) Major Eric Schröter, OB Kurt Seggewiß, MdB Uli Grötsch, Hauptmann Rainer Geyer. Bild: Hartl
Politik
Weiden in der Oberpfalz
29.04.2015
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13 Versetzungen hat Eric Schröter (40), stellvertretender Kommandeur des Artilleriebataillons 131, hinter sich. "Ich bin durch ganz Deutschland gezogen." Weiden sei dabei etwas Besonderes. "Wie wir hier aufgenommen wurden, das ist einmalig." Ende des Jahres ist der Major auch schon wieder weg. Versetzt. Voraussichtlich an das Amt für Heeresentwicklung Köln.

Weiden. (ca) "So ist eben die Bundeswehr." Das Gute dran: Köln liegt 250 Kilometer näher an seinem Heimatort in der Pfalz. Wie OB Kurt Seggewiß und MdB Uli Grötsch (SPD) bei ihrem Besuch in der Ostmarkkaserne am Dienstag erfahren, verlässt auch Kommandeur Wolfgang Schmidt 2016 Weiden. Aktuell ist er mit 180 Soldaten im KFOR-Einsatz im Kosovo. Die Rückkehr wird im Juli mit einem Begrüßungsappell gefeiert. "Das sind Mitbürger unserer Stadt", sagt Seggewiß, "wir hoffen, dass sie alle unversehrt zurückkehren."

Das weltweit einsetzbare Artilleriebataillon zählt fünf Batterien. "Die Stärke hat letzte Woche die 700 überschritten", verkündet Schröter. Angefangen habe man mit 590. "Die Befüllung der Mannschaften läuft." Problem: Die Binnenwerbung sei nahezu ausgeschöpft. Langsam, aber stetig ließen sich Soldaten - gerade aus der Oberpfalz - generieren. Die Bundeswehr bietet Schnuppertage, Praktikumswochen, lockt mit einer Verpflichtungsprämie. Zur Ausbildungsmesse wurde die Drohne in der Max-Reger-Halle gekarrt. Noch liegt der Pendleranteil bei 75 Prozent. 18 kommen aus dem Umkreis bis 50 Kilometer - aber: Tendenz steigend.

11 Millionen Euro investiert der Bund in den nächsten Jahren in die Ostmarkkaserne, so Grötsch, allein 5 Millionen dieses Jahr. Schröter wusste auch, wohin die Millionen fließen. Die Waffenkammer ist zu klein und nicht mehr zeitgemäß. Sie wird neu gebaut (Fertigstellungstermin Oktober 2015). Ebenso der "Turmtrainer" (Februar 2016), eine Übungshalle fürs Panzerhaubitzentraining. Die Drohne braucht ein Haus - mit einer Mindesthöhe von acht Metern (2017). Noch in diesem Jahr wird die neue Tankstelle fertig.

"Stutzig" wurde Bundestagsabgeordneter Grötsch, als der Major die materielle Lage schilderte. "Den Auftrag Ausbildung können wir aktuell nicht vollumfänglich erfüllen." So seien beispielsweise sämtliche BiV-Brillen (Nachtsichtgeräte) für einen OSZE-Einsatz in der Ukraine abgegeben worden, den es zurzeit gar nicht gibt. Ebenso sämtliche Laserentfernungsmesser. Eine Ausbildung im Nahkampf sei nicht möglich, "weil dafür kein Material da ist". Man könne auch keine FAC-Übungen (Forward Air Controller) durchführen. "Weil wir sämtliche Funkgeräte dafür an das KSK abgeben mussten."

Ohnehin ein Wort zur Ausstattung: "Multis bräuchten wir 27, haben aber nur 4. Raketenwerfer bräuchten wir 8, haben 3." Als Grötsch große Augen machte, beruhigte in der Major im gleichen Zug: "Materiell haben wir einige Probleme. Aber wir sind auf dem aufsteigenden Ast. Der Einsatzbereitschaft tut das keinen Abbruch."
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