"Zukunft des Jugendtreffs ""Scout"" in Weiden ist ungewiss"
Jugendring sagt Jugendtreff ab

Ein verwaistes Plätzchen ist das "Scout" an der Allee in den Schulferien sowieso. Ob es bald ganz leer bleibt, ist offener denn je. Der Stadtjugendring will die Trägerschaft jedenfalls nicht übernehmen. Bild: Götz

Die Zukunft des Jugendtreffs "Scout" ist noch ungewisser als ohnehin schon. Der Jugendring, der nach dem Willen einiger Stadträte ab Sommer übernehmen sollte, winkt ab.

Teile des Stadtrats sahen darin wohl einen Rettungsanker für den Stadtjugendring (SJR). Der will ihn derzeit aber gar nicht. Der SJR beschloss, sich vorerst nicht für die Trägerschaft des Jugendtreffs "Scout" zu bewerben, wie Vorsitzender Tobias Reichelt erklärt.

Eine generelle Absage ist damit zwar nicht verbunden. Mittelfristig könne eine Erweiterung der Aufgaben des SJR, etwa durch Trägerschaft über andere Jugendtreffs, "möglich und sinnvoll" sein. Das jedoch nur, wenn auch "die notwendigen personellen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden". Zudem müsse die Stadt zunächst einmal eine Jugendhilfeplanung etablieren, also zusammentragen, was in diesem Bereich geleistet werden soll.

Aus der Kritik

Damit kommt es zur nächsten Kehrtwende in einer Auseinandersetzung, die schon seit Längerem einige Überraschungen gebracht hat - und in der Reichelt nun auch einige Punkte klarstellen möchte. Überraschung Nummer eins kam für den SJR vor der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Da empfahl die Verwaltung, die vierte Sozialpädagogen-Stelle des SJR zu streichen. CSU-Stadträtin Stefanie Sperrer - selbst im Vorstand des Jugendrings - schlug daraufhin vor, der SJR solle künftig das "Scout" betreiben, anstelle des Kolping-Bildungswerks. So ließe sich die vierte Stelle sichern. Tatsächlich stimmte dann im Stadtrat eine Mehrheit dafür, den Betrieb des "Scout" nicht mehr auszuschreiben. Kolping steht damit vor dem Aus. Und Sperrer seither in der Kritik.

Das aber will Reichelt so nicht stehen lassen. Sperrers Vorschlag sei nur eine Idee gewesen, die der SJR schon länger diskutiert habe, betont er. Angesichts der städtischen Sparbemühungen habe es im Jugendring schon seit einiger Zeit Überlegungen gegeben, die Trägerschaft fürs "Scout" zu übernehmen. So hätte sich womöglich durch eine gemeinsame Verwaltung Geld sparen lassen. Wirklich konkret war laut Reichelt noch nichts - bis dann plötzlich die vierte Stelle im Feuer stand. Sperrer habe da nur einen Ausweg gesucht - und das dem SJR auch angekündigt. "Ihr ging's immer nur darum, das Beste für den Stadtjugendring zu erreichen."

Noch nicht so weit

Im Grunde wollen also alle dasselbe - nur über die Wege dahin scheiden sich die Geister. Eine Mehrheit im SJR sieht den Jugendring noch nicht so weit, dass er die Trägerschaft übernehmen könnte, zumal Personal und Finanzierung fraglich seien. Nur dann sei auch die Qualität in der Jugendarbeit möglich, für die der SJR stehe.

Stattdessen will der Jugendring nun mit der Stadt erst einmal an einem neuen Grundlagenvertrag arbeiten, erstes Treffen ist am heutigen Donnerstag. Darin wäre festgelegt, was der SJR künftig leisten soll - und mit wie viel Personal. Bange ist Reichelt vor den Gesprächen offenbar nicht, auch wenn der SJR nicht nach dem Rettungsanker "Scout" gegriffen hat: "Denn wir sind überzeugt, dass unsere Arbeit richtig, wichtig und effizient ist."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.