Zuversicht und Herausforderungen: Neujahrsempfang der Stadt
"Das ist gigantisch"

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Andrang und Applaus: Rund 400 Vertreter von Kirchen über Wirtschaft und Politik bis hin zu Vereinen gaben sich beim Neujahrsempfang der Stadt im Gustav-von-Schlör-Saal ein Stelldichein. Bilder: Wilck (2)
Politik
Weiden in der Oberpfalz
17.01.2016
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Es geht aufwärts. Viel demonstrative Zuversicht zeigte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei seiner Rede.

Der Trend für Weiden zeigt ganz klar nach oben: 450 Marzipanschweine - 110 mehr als im Vorjahr - hat Kaminkehrermeister Eka Reber diesmal, um sie an die Besucher des Neujahrsempfangs zu verteilen. Und auch sonst herrscht viel Optimismus, etwa dank Projekten wie WLAN für die Altstadt. Allerdings zeigt sich auch, dass 2016 ebenso Probleme warten.

Am Ende seiner Rede macht sich der Oberbürgermeister noch einen Reim aufs neue Jahr. "Ab heute wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern Weidens Bruttosozialprodukt", dichtet Kurt Seggewiß. Wenn alle mit anpacken, könnten "die Zeiten, in denen alle über Weiden gelacht haben, weil es so finanzschwach ist", bald vorüber sein. Hoffnungsvolle Zeichen gebe es ja allenthalben. Einkaufszentrum, Nachtmann-Glasfabrik, Megal-Verdichterstation. Investitionen von weit mehr als 200 Millionen Euro - "das ist gigantisch", schwärmt Seggewiß am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt im Gustav-von-Schlör-Saal.

Viele Herausforderungen


Demonstrativer Optimismus gehört zu solchen Anlässen wie die Musik der Stadtkapelle. Oder das Händeschütteln: Seggewiß mit Gattin Maria sowie die Bürgermeister Jens Meyer und Lothar Höher mit seiner Ehefrau Irmi hatten zuvor jeden der knapp 400 meist namhaften Gäste einzeln begrüßt. Darunter die sächsische Sozialministerin und frühere Bürgermeisterin der Partnerstadt Annaberg-Buchholz, Barbara Klepsch. Sie hören von Seggewiß viel Zuversichtliches. Das reicht von Unternehmensansiedlungen - jüngst etwa Am Forst ein neues Vertriebsbüro des Bauunternehmens Strabag - bis hin zu kommunalen Errungenschaften wie die Teilübernahme des Stromnetzes oder den Umstand, dass die Volkshochschule 2015 weniger Zuschüsse brauchte. Aber es bleiben eben auch einige Probleme, weshalb die Rede überschrieben ist mit "Herausforderungen meistern".

Allen voran ist da die Finanzlage. Ohne Hilfe von außen hätte die Stadt ihre Aufgaben 2015 nicht bewältigen können, rekapituliert Seggewiß. Und: Die zuletzt positiven Entwicklungen bei der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze sowie der Arbeitslosenquote hat sich in Stagnation verwandelt. Letztere könnte wegen der vielen Asylbewerber sogar deutlich steigen, erklärt Seggewiß. Überhaupt: Gerade mit den Neuankömmlingen seien viele Herausforderungen verbunden.

Derzeit seien rund 550 Flüchtlinge in der Stadt. Er rechne damit, dass es heuer 800 bis 900 werden, sagt der OB. Mit Folgen. Etwa in der Erstaufnahmeeinrichtung, wo die Menschen bis zu ein halbes Jahr Bett an Bett hausen. Wo es deshalb auch zu Konflikten komme. Die Zuzüge "haben aber auch positive Auswirkungen", betont Seggewiß. Etwa beim Erhalt von Schulen und Kindergärten. Tatsächlich hatte Seggewiß eine Schulschließung beim Empfang im Vorjahr noch als möglich bezeichnet.

Drahtlose Altstadt


Möglichst schnell soll es dafür nun anderswo weitergehen: Bis Ende Februar werde im Altstadtbereich öffentliches WLAN ausgebaut, gefördert vom Heimatministerium. Weitere Großprojekte, mit denen sich die Stadt beschäftigen werde, seien der mögliche Bau einer neuen Dreifachturnhalle sowie die Sanierung von Schwimm- und Turnhalle der Realschule. Daneben warb Seggewiß um Geduld bei Einschränkungen wegen der Einkaufszentrum-Baustelle. Dafür komme aber auch etwas Großes - und das, obwohl viele dem Investor Steine in den Weg gelegt hätten.

Neues entstehe aber auch an den Grenzen und jenseits der Innenstadt. Der Wittgarten-Durchstich etwa. Die Umwidmung der Kasernenstraße, weil die Bundeswehr erweitern wolle. Oder - bis März - Boden- und Verkehrsgutachten für das neue Gewerbegebiet West IV. Auch hier "bin ich positiv gestimmt". Schwierigere Themen seien die Stromtrassen oder die Bahn-Elektrifizierung, "bei der Lärmschutz gewährleistet sein muss". Herausforderungen bleiben also noch genug zu meistern. Aber immerhin - das ist die gute Nachricht - an zu wenig Glücksbringern für 2016 wird Weiden sicherlich nicht scheitern.
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