Aus in Aiglsbach
Riesen-Blamage für den SSV Jahn

Blöd gelaufen: Mit einem Pokal-Aus in Aiglsbach hatten Jahn-Coach Heiko Herrlich (links) und Sportchef Christian Keller nun wirklich nicht gerechnet. Bild: ref
Sport
Weiden in der Oberpfalz
25.08.2016
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Der SSV Jahn Regensburg hat einfach so mal 155 000 Euro in den Wind geschossen. Die peinliche Pokalniederlage gegen den TV Aiglsbach vom Mittwochabend kostet den Drittligisten nicht nur ordentlich Renommee, sondern auch viel Geld.

Regensburg. Schnell mal eine halbe Stunde die A93 runter Richtung Wolnzach. In Aiglsbach raus, souverän die 90 Minuten absolvieren und mit einem klaren Sieg wieder heimfahren. So sah die Strategie des Drittligisten Jahn Regensburg in der 2. Runde des bayerischen Pokals am Mittwoch beim TV Aiglsbach aus. Nach Hause fuhren die Regensburger dann nach mehr als 120 Minuten und mit ganz, ganz langen Gesichtern. Mit dem 4:5 nach Elfmeterschießen beim TV Aiglsbach, der vier Klassen tiefer in der niederbayerischen Bezirksliga spielt, leistete sich der Drittligist eine Peinlichkeit, die überall für Aufsehen sorgte. "Das ist eine Blamage", war Sportchef Christian Keller nach dem Elfmeterschießen völlig geschockt. "Das muss man erst einmal sacken lassen", hieß es auf der Facebook-Seite des Vereins.

Dabei hatte Trainer Heiko Herrlich am Sonntag nach dem großen Pokalspiel gegen Hertha BSC noch versprochen, dass beim Spiel drei Tage später im Landkreis Kelheim nichts schiefgehen werde: "Wir werden das schaffen", sagte er nach dem 4:6 im Elfmeterschießen gegen die Berliner. Was sollte auch schiefgehen? Er werde die meisten Spieler aus dem Hertha-Spiel schonen, hatte Herrlich zwar gesagt, doch es stand immerhin noch eine ordentliche Profi-Truppe auf dem Platz: Ex-Aue-Profi Thomas Paulus und der Neuzugang aus Mainz, Benedikt Saller, bildeten die Innenverteidigung. Uwe Hesse war dabei wie auch Marcel Hofrath. Im Sturm lief der Ex-Sechziger Markus Ziereis nach seiner Verletzung auf. Später wechselte Herrlich auch noch Andreas Geipl und Kolja Pusch ein. Die Regensburger führten auch schnell mit 2:0, doch zwei Minuten vor dem Ende glichen die Aiglsbacher aus. Im Elfmeterschießen versagten beim Jahn neben Paulus und Patrick Dzalto auch Hofrath die Nerven. Der hatte quasi in Niederbayern ein Déjà-vu: Er hatte schon am Sonntag gegen die Hertha verschossen.

Der SSV Jahn galt im BFV-Pokal als einziger Drittligist als großer Favorit. Der Endspielsieg hätte auch wieder die Teilnahme an der ersten Runde im DFB-Pokal samt garantierter Einnahmen von 155 000 Euro beschert. Das zweite bayerische Ticket bekommt seit einigen Jahren der Regionalliga-Meister. Eine kleine Chance auf die großen Namen haben die Regensburger aber noch: Die ersten Vier der Drittliga-Saison sind auch im DFB-Pokal dabei. Da hat der Jahn, der als Neuling überraschend die Tabelle anführt, eine schöne Aufgabe vor sich.
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