Bayernliga Nord
SpVgg SV Weiden: Alptraum nach Traumstart

Kunstschütze Matthias Heckenberger: Die Nummer 21 des 1. SC Feucht zirkelte zwei Freistöße in den Winkel des SpVgg-SV-Gehäuses. Der Routinier legte damit den Grundstein für den 5:2-Kantersieg der Gäste am Wasserwerk. Die Weidener Mauer aus Andreas Wendl, Thomas Schneider, Ibrahim Devrilen, Stefan Graf und Marco Kießling (von rechts) konnte nichts ausrichten. Bild: Büttner
Sport
Weiden in der Oberpfalz
25.09.2016
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Es sollte alles besser werden bei der SpVgg SV Weiden. Nach dem 0:6 in Eichstätt setzt es stattdessen die nächste Klatsche gegen den 1.SC Feucht (2:5). Ein Ex-Weidener trumpft dabei groß auf.

Wieder nichts für die SpVgg SV Weiden. Statt des erhofften Befreiungsschlages ging der Schuss am Samstag im Sparda-Bank-Stadion gehörig nach hinten los. Mit 2:5 kassierten die Schwarz-Blauen gegen den 1. SC Feucht die siebte Saisonniederlage und steuern mehr denn je schweren Zeiten entgegen.

Trainer Tomas Galasek war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht über den Auftritt seiner Mannschaft: "Das Spiel beginnt traumhaft für uns, aber was danach passiert, ist mir ein Rätsel. Der Doppelschlag bringt uns komplett aus dem Konzept. Wir verlieren zum wiederholten Mal unsere Linie im Spiel." Gästetrainer Klaus Mösle dagegen war glücklich über den Erfolg: "Die Anfangsphase war richtig schlecht von uns. Wir sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen. Doch wir haben wieder Moral gezeigt und den Kampf angenommen. Der Sieg ist enorm wichtig für uns."

Wechsel in Startelf


Wie angekündigt änderte Galasek seine Startformation im Vergleich zum schwachen Auftritt beim VfB Eichstätt. Stefan Graf, Johannes Scherm und Lukas Hudec liefen von Beginn an auf, und Letzterer sorgte für einen Auftakt nach Maß. Nach einem Schneider-Freistoß fast von der Eckfahne war Hudec am langen Pfosten völlig frei und vollendete sicher zur frühen Weidener Führung (3.). Der Treffer tat der Wasserwerk-Elf sichtlich gut und vor allem im spielerischen Bereich war ein enormer Fortschritt im Vergleich zu den letzten Wochen erkennbar.

Als Benjamin Werner nach einem Traumpass von Thomas Wildenauer auf 2:0 erhöhte (13.), rechneten viele mit einem klaren Sieg der SpVgg SV. Vor allem, weil die Gäste bis dahin relativ wehr- und harmlos auftraten. Der Schein sollte allerdings trügen.

Der SC kämpfte sich in die Begegnung zurück. War gegen den Anschlusstreffer von Matthias Heckenberger aus 22 Metern in den Winkel noch kein Kraut gewachsen (32.), fiel der Ausgleich nur 50 Sekunden später zu einfach. Ein langer Ball von der Mittellinie ging über Freund und Feind hinweg und Michal Nowak musste allein vor Dominik Forster nur noch einschieben. "In den letzten Wochen haben wir nach dem ersten Treffer aufgehört zu arbeiten, heute nach dem zweiten. Wir haben das Spiel einfach her geschenkt", war der Doppelschlag für Galasek die spielentscheidende Phase.

Im Anschluss verfiel die SpVgg SV in altes Fahrwasser. Nichts war mehr erkennbar von der starken Anfangsphase und den Akteuren war das mangelnde Selbstvertrauen anzumerken. Der Gast aus Mittelfranken dagegen merkte, dass an diesem Tag in Weiden etwas zu holen war. Ein Elfmeter von Stephan König nach einem ungestümen Foul von Keeper Forster brachte die Gäste dann auch auf die Siegerstraße (52.). Der Wille war den Hausherren nicht abzusprechen. Richtige Chancen erspielte sich die Galasek-Elf allerdings nicht.

Und als Heckenberger zum zweiten Mal sein in Weiden gefürchtetes Freistoßkönnen demonstrierte, war die Begegnung gelaufen. Wieder 22 Meter, wieder in den Winkel: 2:4 (66.). Ein letztes Aufbäumen der Max-Reger-Städter durch Chancen von Josef Rodler (78.) und Werner (87.) blieb erfolglos. Michael Eckert (90.+1) setzte den Schlusspunkt und zurrte den Sieg der Gäste fest.

Vorsprung schmilzt


Erneut hat sich die SpVgg SV durch einfache Fehler nahezu selbst geschlagen. Die Schwarz-Blauen müssen sich vorsehen, nicht ganz nach hinten abzurutschen. Der Abstand auf die Relegationsränge schmilzt immer weiter und die kommenden Aufgaben sind bei weitem keine Selbstläufer. Am kommenden Samstag geht die Reise zur Viktoria aus Aschaffenburg, die zuletzt drei Siege in Folge feierte.
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