Benny Lauth im Interview
Nur ganz kurz "Einmal Löwe, nimmer Löwe"

Autogramme von Benny Lauth sind immer noch gefragt: Das war beim Benefizspiel in Schwarzenfeld nicht anders. Bild: rhi
Sport
Weiden in der Oberpfalz
17.06.2016
401
0

Schwarzenfeld. Tore schießt er nur noch für einen guten Zweck. Am vergangenen Wochenende in Schwarzenfeld traf er allerdings nicht. Dort spielte eine Promi-Auswahl gegen den heimischen 1. FC und siegte mit Benny Lauth mit 5:2.

Den gebürtigen Oberbayern verschlug es zwar in die Profiwelt nach Hamburg, Stuttgart, Hannover oder Budapest, aber eigentlich war der fünfmalige Nationalspieler immer ein Sechziger. Nur einmal hieß es ganz kurz: "Einmal Löwe, nimmer Löwe". Aber mittlerweile ist wieder alles in Ordnung, wie der 34-jährige Lauth, der vor einem Jahr seine Profikarriere beendet hat, im Interview mit unserer Zeitung beteuert.

Herr Lauth, Sie haben vor etwa einem Jahr Ihre Karriere beendet. Haben Sie völlig vom Fußball abgeschaltet?

Benny Lauth: Ich habe schon mal ein bisschen Pause gemacht, mich vor allem um meine Familie gekümmert. Und nebenbei habe ich geschaut, welche Wege ich im Bereich des Fußballs einschlagen will. Da gibt es einiges zu tun.

Sie haben sich auch schon weitergebildet in Sachen Trainer?

Ich habe in Leipzig Anfang des Jahres die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erworben. Ich muss einfach mal schauen, was ich jetzt mache.

Also wird man Sie mal auf der Trainerbank sehen, oder?

Schwierig, schwierig. Im Moment würde ich wohl eher sagen, nein. Aber vielleicht muss ich es erst einmal ausprobieren.

Ihr alter "Löwen"-Kumpel Daniel Bierofka hat die "Löwen" als Interimstrainer vor dem Abstieg aus der zweiten Bundesliga gerettet. Hatten Sie immer Kontakt zu ihm?

Wir haben immer wieder Kontakt. Wir wollten uns vorher auch mal treffen, was dann aber nicht geklappt hat. Natürlich hatte er da auch viel um die Ohren, aber der Kontakt ist nie abgerissen.

Haben Sie ihm diese starke Rettung mit drei Siegen in drei Spielen zugetraut?

Sagen wir mal so: Wenn es einer schafft, dann der Biero. Es war für ihn keine leichte Aufgabe, wenn man so kurz vor Schluss einspringen muss. Gott sei Dank hat er es geschafft.

Künftig trainiert Kosta Runjaic die Sechziger. Wie schätzen Sie ihn ein?

Er ist schon ein Mann mit Erfahrung, obwohl er noch so jung ist. Er hat in Kaiserslautern gute Arbeit geleistet. Er bringt vielleicht auch ein bisschen Ruhe rein.

Ruhe? Bei den "Löwen"?

Ein bisschen Unruhe wird bei diesem Klub immer sein, aber wenn sich auch mal der sportliche Erfolg einstellt, dann rücken andere Dinge in den Hintergrund.

Ihnen wurde im Sommer 2014 kein Vertrag mehr angeboten. Wie enttäuscht waren Sie damals?

Ach, das ist schon so lange her. Dass es kein Angebot gegeben hat, war kein Problem, aber die Art und Weise war nicht okay. Aber wie gesagt, das ist schon lange her und schon wieder vergessen. Einmal Löwe, immer Löwe gilt schon noch.

Sie gingen dann für ein Jahr nach Budapest, zum Traditionsclub Ferencváros. Wie kam's?

Ich wollte einfach noch einmal Auslandserfahrung sammeln, noch mal etwas anderes sehen. Die Familie war nicht dabei, das war der einzige Haken. Aber das haben wir ganz gut geregelt.

Und jetzt sprechen Sie perfekt Ungarisch, oder?

(Lauth lacht laut) Ungarisch ist eine der schwierigsten Sprachen überhaupt. Normalerweise gehört ja zur Auslandserfahrung, auch die dortige Sprache zu lernen. Aber das war wirklich nicht möglich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.