Comeback des Vilseckers
Funkel setzt auf Fink bei der Fortuna

Oliver Fink (links) tröstet seinen Teamkollegen Lukas Schmitz nach einer missglückten Aktion. Der Mittelfeldspieler aus Vilseck ist bei der Fortuna wieder mittendrin im Geschehen. Bild: dpa
Sport
Weiden in der Oberpfalz
22.03.2016
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Die Stimmung kippt. Ins Positive. Nach dem Sieg gegen Kaiserslautern schöpft Fortuna Düsseldorf im Abstiegskampf der zweiten Liga wieder Mut. Auch dank eines Oberpfälzers. Doch der warnt sogleich.

Düsseldorf/Vilseck. Fußball ist vor allem Kopfsache. "Zu 80 Prozent", sagt Oliver Fink. Grübeln lähmt die Beine. "Vertrauen und Selbstbewusstsein sind im Fußball ganz wichtig", erklärt der aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) stammende Fußballprofi.

Vertrauen und Selbstbewusstsein, das kam beim Mittelfeldspieler des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf schnell wieder zurück. Am vergangenen Samstag war Fink bester Fortune beim 4:3-Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern, schoss auch ein Tor. Vorher durfte er kaum zeigen, dass er gut ist. "Die anderen Trainer haben nicht auf mich gebaut", blickt der Oberpfälzer, der seit 2009 bei der Fortuna unter Vertrag steht, auf die Coaches Frank Kramer und Marco Kurz zurück. Fink pendelte zwischen Bank und Tribüne, bekam mal ein paar Minütchen auf dem Platz. "Keine einfache Zeit", sinniert der Mittelfeldmann, der mit der Fortuna schon erste Liga gespielt hat. "Ich hatte natürlich mit der Situation zu kämpfen. Manchmal zweifelt man an sich selber." Fragen schossen durch den Kopf: "Bin ich mit 33 Jahren zu alt?"

Angenehmer Trainer


Kramer und Kurz sind am Rhein mittlerweile Geschichte. Vergangene Woche übernahm "Feuerwehrmann" Friedhelm Funkel das Kommando bei den schlingernden Düsseldorfern, denen der Absturz in die 3. Liga droht. "Er ist ein ganz angenehmer Trainer, der das Gespräch mit uns sucht", charakterisiert Fink Funkel. Und der Coach setzt auf den Routinier. Als dem am Samstag gegen Kaiserslautern die Kräfte schwanden ("Ich war die Tage vorher erkältet") ließ ihn Funkel auf dem Platz, mit der einfachen Anordnung: "Mach weiter! Du quälst Dich jetzt bis zum Ende." Die Fortuna quälte sich am Ende auch ein bisschen zum Sieg, der vor allem die Stimmung im Team und der Stadt aufhellt: "Die Unterstützung war wirklich riesig." Der Vilsecker ist aber auch Kopfmensch, einer der nicht zu Übertreibungen neigt: "Wir haben jetzt gerade mal ein Spiel gewonnen. Wir sind noch lange nicht aus dem Gröbsten raus."

Dass die Fortuna in die missliche Situation gekommen ist, hat wohl einige Ursachen. Eine davon könnte laut Fink sein: "Es war immer ein bisschen Unruhe drin." Stühlerücken auf Vorstandsebene, Trainerwechsel, jede Menge Neuzugänge, die zu integrieren waren. "Manchmal war es schwierig zu arbeiten."

Der Vertrag läuft aus


In den folgenden sieben Spielen geht es mit der Fortuna gegen den Abstieg - und auch um seine persönliche Lebensplanung. Der Vertrag des Oberpfälzers läuft am Saisonende aus. "Die Option kann nicht mehr greifen", erklärt er. Bei der letzten Vertragsverlängerung bis 30. Juni 2016 war eine Klausel eingebaut, dass sich der Vertrag bei einer gewissen Anzahl von Einsätzen um ein weiteres Jahr verlängert. "Diese Anzahl von Spielen kann ich nicht mehr erreichen." Der 33-Jährige will aber noch einige Jährchen höherklassig spielen, am liebsten bei der Fortuna: "Ich fühle mich gut. Nichts zwickt. Weder das Knie noch der Rücken."

An Ostern hat der Körper auch ein bisschen Erholung. Am Samstag fährt er mit seinem Bruder Tobias, der beim Drittligisten Fortuna Köln spielt, heim in den Vilsecker Ortsteil Reisach zu den Eltern. Das Osterfest gestaltet sich doch besser , als noch vor einigen Wochen gedacht.
Manchmal zweifelt man an sich selber.Oliver Fink
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